Industrie

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Autozulieferer: Nach Gewinneinbruch senkt Schaeffler Prognose

Das schwierige Umfeld in Europa und den Schwellenländern setzt dem fränkischen Auto- und Industriezulieferer stark zu. Besonders die Industriesparte leidet. Als Reaktion senkt der Konzern den Jahresausblick.

Ein geteiltes Zylinderrollenlager des Automobilzulieferers Schaeffler GmbH in Herzogenaurach. Quelle: dapd
Ein geteiltes Zylinderrollenlager des Automobilzulieferers Schaeffler GmbH in Herzogenaurach. Quelle: dapd

MünchenDer Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat die Krise in Europa und das nachlassende Wachstum in den Schwellenländern im dritten Quartal zu spüren bekommen und senkt wegen der trüben Aussichten seine Prognose. Vor allem aus der Autobranche rechnet der Wälzlager-Spezialist im Schlussquartal mit einem erheblichen Nachfragerückgang. Auch im Maschinenbau dürfte sich die weltweite Abkühlung fortsetzen, teilte das hoch verschuldete Unternehmen am Dienstag in Herzogenaurach mit. Der Konzernumsatz werde in diesem Jahr deshalb nicht wie geplant um mehr als fünf Prozent, sondern nur um rund vier Prozent zulegen.

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„Das Marktumfeld hat sich im Laufe des dritten Quartals weiter eingetrübt“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger. So ging das Industriegeschäft im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent zurück, während sich das Wachstum der Sparte Automotive mit knapp sechs Prozent verlangsamte. Insgesamt stiegen die Konzernerlöse zwischen Juli und September leicht um 2,5 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich auch dank der Beteiligung an Continental kräftig von 105 Millionen auf 229 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) jedoch ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 22 Prozent auf 364 Millionen Euro zurück.

Autobranche

Geißinger kündigte als Reaktion auf die schwächelnde Nachfrage eine „temporäre Anpassung unserer Kapazitäten“ an. Darunter seien der Abbau von Arbeitszeitkonten sowie Schließungstage in bestimmten Bereichen zu verstehen, etwa über Weihnachten, erläuterte ein Firmensprecher. Schaeffler beschäftigt knapp 77 000 Mitarbeiter.

Das Familienunternehmen ist noch immer hoch verschuldet. Es hatte sich 2008 an der Übernahme des Konkurrenten Continental fast verhoben und musste mehr als 12 Milliarden Euro aufnehmen. Mit verschiedenen Maßnahmen - etwa dem Verkauf eines dicken Pakets an Conti-Aktien für 1,6 Milliarden Euro Ende September - verschaffte sich Schaeffler inzwischen wieder Luft und reduzierte die Verschuldung der übergeordneten Holding auf zuletzt rund 3,5 Milliarden Euro. Die Verbindlichkeiten der operativ tätigen Schaeffler AG betrugen zum Ende des dritten Quartals 6,7 Milliarden Euro.

Der Konzern erzielte in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus von 4,2 Prozent auf 8,42 Milliarden Euro. Das EBIT ging um gut 15 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro zurück. Das Konzernergebnis sank um 12 Prozent auf 731 Millionen Euro.

 

  • 20.11.2012, 15:49 Uhralfred789

    Schaeffler senkt nur die Prognose die ohnehin für dieses Jahr mit 5% Umsatzsteigerung zu hoch angesetzt war. Mit der momentanen Wirtschaftslage und mit der Absatzkrise in Europa liegen die Zahlen immer noch über den Branchendurchschnitt, die meisten in der Branche schreiben zurzeit nur rote Zahlen!

  • 21.11.2012, 15:09 UhrMaxiS

    Da gebe ich vollkommen Recht. Aber auch die allgemeine Wirtschaftslage in Südamerika und Asien-/Pazifikraum sieht derzeit nicht sehr erfolgsversprechend aus, dementsprechend muss die Branche wohl zurücksteckend. Trotz der Tatsache dass der Wachstum von > 5% nicht mehr erreicht werden kann, sieht sich Schaeffler für den Gesamtjahresausblick 2012 laut Berichten stärker wachsen als der Markt.

  • 08.02.2013, 14:52 UhrFrank_68

    Alfred, das ist doch etwas blauäugig - oder ? Es hinkt nicht jede Branche und japanische Konzerne sind da durchaus noch mit Wachstumsraten unterwegs. Schaeffler muß eben Geld flüssig machen und verrennt sich in z.T. herrlich kuriose Begebenheiten.

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