Autozulieferer Norma setzt auf Technologie für Abgas-Reinigung

Der Autozulieferer Norma stellt sich auf striktere Abgasnormen ein und will daraus einen Gewinn ziehen – besonders in Asien. In den USA büßte der Konzern ein. Vorstandschef Deggim ist angesichts des Marktes zufrieden.
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Norma stellt unter anderem Schläuche her, diebei der Abgasreinigung durch die hierzulande als „AdBlue“ bekannte Harnstoff-Lösung zum Einsatz kommen. Quelle: picture alliance / Stefan Puchne
„AdBlue“

Norma stellt unter anderem Schläuche her, diebei der Abgasreinigung durch die hierzulande als „AdBlue“ bekannte Harnstoff-Lösung zum Einsatz kommen.

(Foto: picture alliance / Stefan Puchne)

FrankfurtDer Auto- und Industrie-Zulieferer Norma will vom Trend zu immer strengeren Abgas-Regeln profitieren. Der Hersteller von High-Tech-Leitungen und Befestigungsschellen verspricht sich gute Geschäfte mit Bauteilen, die für weniger Schadstoffe im Auspuff sorgen. Erst vergangenes Jahr investierten die Hessen deshalb in eine Anlage für spezielle Dieselmotor-Schläuche in Mexiko.

Dabei behalte das Unternehmen die in den USA nun drohenden Einfuhrzölle gerade für Produkte aus dem Nachbarland genau im Blick, sagte Finanzvorstand Michael Schneider am Mittwoch zu Reuters. Der Konzern fühle sich mit seinen fünf Werken in den USA und zahlreichen Kunden vor Ort aber auch für die Zukunft unter US-Präsident Donald Trump gewappnet.

Vor allem in der Region Asien-Pazifik soll die Technologie zur Erfüllung strengerer Abgasnormen Norma voranbringen, erklärte das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt. Dafür sei 2016 auch eine Fabrik für bestimmte Leitungen in China ausgebaut worden. Die betreffenden Schläuche kommen bei der Abgasreinigung durch die hierzulande als „AdBlue“ bekannte Harnstoff-Lösung zum Einsatz. Die Norma-Leitungen verfügen über ein spezielles Heizsystem, um die leicht gefrierende Mischung für ihre Aufgabe - die Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes - aufzutauen.

Die Aufrüstung einer ähnlichen Schlauch-Fabrik in Mexiko hat sich Norma nach eigenen Angaben 2016 rund 1,5 Millionen Euro kosten lassen. In Mexiko werden laut dem Finanzchef in insgesamt zwei Anlagen auch Produkte für die USA gefertigt – was eine gewisse Unsicherheit mit sich bringt: „In Mexiko wird es jetzt in Zukunft darauf ankommen, wie die Exportbedingungen in die USA aussehen“, sagte Schneider. Für konkrete Prognosen sei es aber noch zu früh. Mit einem Anteil am Gesamtumsatz von zwei bis vier Prozent spiele das Mexiko-Geschäft aber keine so große Rolle.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Deutlich härter trifft Norma schon jetzt die Schwäche am US-Markt für Nutzfahrzeuge und Landmaschinen. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass die Hessen 2016 bei Gewinn und Umsatz kaum vom Fleck kamen. Für 2017 stellte Norma ein moderates Umsatzplus in Aussicht und sieht sich im ersten Quartal auf Kurs. In dem zuletzt sehr schwachen Lkw-Geschäft sei aber noch kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht, räumte Norma-Chef Werner Deggim ein.

Vielmehr dürfte der Markt 2017 noch einmal um fünf Prozent schrumpfen. Trumps Versprechen, in die Infrastruktur zu investieren, könnte sich zwar positiv auswirken. Der Zeitpunkt sei aber fraglich, weil der US-Präsident konkrete Pläne und Finanzierungszusagen bisher schuldig geblieben sei.

  • rtr
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