Autozulieferer
Pirelli schielt auf Contis Reifensparte

Der Autozulieferer Continental steht mit einem Rekordverlust da. Gerade Recht käme da ein Interessent für die Reifensparte - und den könnte es laut einem Medienbericht auch noch tatsächlich mitten in der Autokrise geben. Die Rede ist von einem alten bekannten aus Italien.

HB MAILAND. Der italienische Pirelli-Konzern signalisiert nun doch vorsichtig Interesse am Reifengeschäft des deutschen Konkurrenten Continental. "Wenn der Preis stimmt und wenn wir gebeten werden, an der Transaktion teilzunehmen, könnte es interessant sein, das zu analysieren - aber nur wenn es eine freundliche Transaktion ist", sagte Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "Financial Times".

"Es ist noch zu früh, um darüber zu reden", schränkte er jedoch ein. Conti wollte sich dazu nicht äußern. Erst am Donnerstag hatte das Unternehmen erklärt, es gebe derzeit keinen Verkaufsprozess. Der seit dem Einstieg bei Conti unter einer erdrückenden Schuldenlast leidende Wälzlagerhersteller Schaeffler erklärte: "Die Reifenthematik ist Conti-Angelegenheit."

Vor gut einer Woche noch hatte Tronchetti Spekulationen über ein Interesse zurückgewiesen und betont, Pirelli wolle aus eigener Kraft wachsen. Nun sagte er in dem Interview, es könnte einige kleinere Fusionen in der Reifenbranche geben, "es könnte auch eine wichtige Transaktion in der Zukunft geben. Aber das ist kein Muss." Nach früheren Informationen aus Kreisen haben mehrere Banken dem italienischen Konzern einen Kauf der Conti-Reifensparte schmackhaft zu machen versucht. "So ein Deal wäre zwar strategisch sinnvoll", sagten Aktienhändler.

"Aber weil es das Gegenteil von dem ist, was Pirelli erst vor ein paar Tagen gesagt hat, hat das keinen Einfluss auf den Kurs." Die Conti-Aktie verlor am Vormittag drei Prozent in einem schwachen Marktumfeld. Conti hatte im Herbst angekündigt, alle Optionen für seine Gummi-Sparte zu prüfen, um die Schuldenlast zu drücken. Erst vor kurzem hatte Pirelli nach einem schlechten Jahr 2008 angekündigt, sich neu aufstellen zu wollen. Ein Einstieg beim deutschen Autozulieferer Continental sei dabei aber nicht geplant. hatte es noch geheißen. Ein Interesse an der Reifensparte Contis, über das immer wieder spekuliert wird, hatte der Vorstandsvorsitzende und Großaktionär Marco Tronchetti-Provera ausgeschlossen: "Wir sehen unsere Zukunft eigenständig", sagte er bei der Vorstellung des Geschäftsplans für die kommenden drei Jahre. Aus dem Conti-Lager heißt es nur: "Es gibt keinen aktiven Verkaufsprozess für die Rubber Group", hatte Conti-Vorstandsmitglied Hans-Joachim Nikolin jedoch am Donnerstag deutlich gemacht. Die Vorbereitungen dafür, die Gummi-Sparte aus dem Konzernverbund herauszulösen, liefen allerdings weiter und würden noch einige Monate in Anspruch nehmen.

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