Autozulieferer
Schaeffler-Banken sichern sich Conti-Aktien

Im Ringen um die Macht beim Autozulieferer Continental haben die Banken des Großaktionärs Schaeffler laut einem Pressebericht eine deutlich stärkere Position als bislang bekannt. Die Institute könnten im kommenden Jahr auf Continental-Aktien aus dem Besitz von Schaeffler zugreifen, wenn die Franken ihre Schulden nicht unter bestimmte Grenzen drückten.

HB HAMBURG. Das schreibt die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf das Umfeld der Banken. Der entsprechende Passus aus den Kreditverträgen greife zum ersten Mal, wenn Schaefflers Verschuldung Mitte Januar nicht unter 10,5 Mrd. Euro liege, hieß es. Der zweite Termin stehe Mitte Juli an. Dann müssten die Franken ihre Verschuldung auf unter 7,5 Mrd. Euro gedrückt haben. Schaffe der Familienkonzern das nicht, könnten die Banken Conti-Aktien aus dessen Besitz zwangsverwerten, berichtete die Zeitung. Damit würde der von Schaeffler kontrollierte Aktienanteil an dem ehemaligen Dax-Konzern Continental wieder sinken.

Am Freitag hatte die EU-Kommission die gut zehn Mrd. Euro schwere Übernahme genehmigt. Die Verschuldung Schaefflers steige damit voraussichtlich auf einen ähnlichen Wert, berichtete die "FTD". Angesichts der schwierigen Lage in der Autobranche gelte es als unwahrscheinlich, dass Schaeffler die Verschuldung im kommenden Jahr aus eigener Kraft stark senken könne. Den Kredit stellen laut der Zeitung in gleichen Anteilen die Royal Bank of Scotland, HypoVereinsbank, Commerzbank, Dresdner Bank, LBBW und UBS.

Die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach hatte sich im Sommer eine Übernahmeschlacht mit dem Conti-Management geliefert, an deren Ende eine Vereinbarung stand. Diese beschränkt das Schaeffler-Engagement bei Conti in den nächsten vier Jahren auf eine Minderheitsbeteiligung von 49,99 Prozent. Das Unternehmen hat nach einem Übernahmeangebot aber Zugriff auf 90 Prozent der Anteile. Schaeffler muss die überzähligen Aktien deshalb bei Banken parken und einen Co-Investor suchen.

Schaeffler handelte für die Übernahme milliardenschwere Kredite aus. Wegen der Finanzkrise wird an den Märkten immer wieder darüber spekuliert, dass die Franken Finanzierungsprobleme bekommen könnten. Schaeffler wies dies bisher stets zurück. Erschwerend kommt hinzu, dass hinter den Kulissen ein Machtkampf zwischen den Führungspersönlichkeiten von Conti und Schaeffler tobt.

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