Autozulieferer
Schaeffler glänzt wieder im Kerngeschäft

Die brummende Autokonjunktur lässt auch beim fränkischen Zulieferer Schaeffler immer lauter die Kasse klingeln. Nach einem weiteren Gewinnzuwachs im dritten Quartal stockte das Unternehmen am Mittwoch seine Jahresprognose auf und peilt eine operative Rendite von 15 Prozent an.
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HAMBURG. Der nach der Übernahme des Rivalen Continental hochverschuldete Zulieferer Schaeffler profitiert kräftig von der steigenden Auto-Nachfrage und den deutlich gesunkenen Kosten. „Wir wachsen stärker als erwartet und sind in nahezu allen Werken weltweit ausgelastet“, sagte Schaefflers Chef Jürgen Geißinger gestern zur Präsentation der Quartalszahlen.

Die Franken hoben ihre Prognose für 2010 an. Geißinger: „Die Geschäfte haben sich in den ersten drei Quartalen sehr gut erholt. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir unsere selbst gesteckten Ziele vom Anfang des Jahres übertreffen werden.“

Für das Gesamtjahr erwartet er nun einen Umsatz von mehr als neun Mrd. Euro und eine Ebit-Marge von etwa 15 Prozent. Bisher war der Wälzlagerspezialist von mehr als acht Mrd. Euro Umsatz und zehn Prozent Ebit-Marge ausgegangen.

Operativ kommt das Familienunternehmen aus Herzogenaurach nach dem schweren Einbruch in der Wirtschaftskrise voran. Die überraschend dynamische Autokonjunktur kurbelt das Geschäft tüchtig an: Im sonst eher schwachen dritten Quartal konnte Schaeffler den operativen Gewinn (Ebit) – verglichen mit dem selben Zeitraum 2009 – auf fast 400 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Der Umsatz stieg um knapp ein Drittel auf 2,46 Mrd. Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 147 Mio. Euro – nach 235 Mio. Euro Verlust im selben Zeitraum des Vorjahres.

Auf Unternehmen und Familie lasten jedoch nach der Übernahme von Continental mehr als zwölf Mrd. Euro Schulden. Dank des guten Geschäfts reduzierte Schaeffler die Unternehmensschulden bis Ende September um 368 Mio. auf 5,8 Mrd. Euro.

Die verschachtelte Firmengruppe wandelt sich derzeit in eine kapitalmarktfähige Gesellschaft. Aus diesem Grund veröffentlichen die Franken seit kurzem erstmals detaillierte Geschäftszahlen. Die Transformation ist die Voraussetzung für das angestrebte Zusammengehen mit Continental.

Conti-Aufsichtsrat gesucht

Koerfer geht Der Druck auf Schaefflers umstrittenen Rechtsberater Rolf Koerfer wächst, sich in der letzten regulären Sitzung des Aufsichtsrates von Continental in diesem Jahr auf einen Termin für sein Ausscheiden festzulegen. „Er muss Farbe bekennen“, heißt es im Kontrollgremium im Vorfeld des Termins im Dezember. Koerfer räumt auf Drängen von Continentals Chefaufseher Wolfgang Reitzle das Feld.

Nachfolge offen Unter der Handvoll Kandidaten für den frei werdenden Sitz in Contis Aufsichtsrat ist dem Vernehmen nach Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Er war schon früher dafür vorgesehen. In das Präsidium des Kontrollgremiums soll an Koerfers Stelle Firmenerbe Georg Schaeffler rücken.

Kommentare zu " Autozulieferer: Schaeffler glänzt wieder im Kerngeschäft"

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  • Das soll mal das Handelsblatt erklären, wie man aus 12 Mrd€ Schulden:
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autozulieferer-unerwartete-huerde-fuer-fusion-von-conti-und-schaeffler;2641637
    in 15 Monaten 5,8Mrd macht. Oder werden hier bewusst Zahlen manipuliert, bzw. so interpretiert wie man sie darstellen will (aus welchen Gründen auch immer ...). Wirtschaftsjournalismus sollte weniger auf reißerisch Artikel setzen, sondern sich der Wahrheit verpflichten.

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