Autozulieferer
Schaeffler hofiert Ex-Conti-Chef Wennemer

Die verzweifelte Situation des hochverschuldeten Familienunternehmens und Continental-Großaktionärs Schaeffler führt zu ungeahnten Konstellationen. Nach dem Abgang des Conti-Chefaufsehers Hubertus von Grünberg wollte Schaeffler ausgerechnet den im Übernahmekampf 2008 unterlegenen Ex-Vorstandschef Manfred Wennemer reaktivieren. Derweil wird die Luft für Schaeffler immer dünner.

HAMBURG. Manfred Wennemer sollte anstelle von Grünbergs die Verselbstständigung der Gummigruppe um Contis Reifensparten beaufsichtigen. Allerdings sollte er dazu kein Mandat im Aufsichtsrat übernehmen, sondern als Berater tätig sein. Wennemer habe dies aber abgelehnt, hieß es in Kreisen von Continental.

Hintergrund des misslungenen Befreiungsschlags ist akute politische Not: Mit dem Herausdrängen von Grünbergs missachtet Schaeffler eine Vereinbarung mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der die Investorenvereinbarung mit Conti überwacht, und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). In deren Auftrag sollte von Grünberg die 10 000 Arbeitsplätze der Gummigruppe in Niedersachsen sichern.

Das in erhebliche Turbulenzen geratene Familienunternehmen Schaeffler sucht eine Lösung, um die wachsende Finanzlücke zu schließen. Gemeinsam mit seinen Gläubigerbanken versucht der mit rund elf Mrd. Euro verschuldete Wälzlagerhersteller derzeit, ein belastbares Sanierungskonzept zu erstellen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Allerdings sind sich die drei eingeschalteten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte, Ernst & Young und PWC Finanzkreisen zufolge in der Bewertung nicht einig.

Arbeitnehmervertreter wie Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine und IG-BCE-Funktionär Werner Bischoff fordern, das Konzept bald vorzulegen. Die Franken wollen sich aber nicht auf einen Termin festlegen. Man stimme das Konzept mit allen Beteiligten ab und stehe dazu auch mit der bayerischen Staatsregierung in Kontakt, sagte ein Schaeffler-Sprecher: „Das Konzept muss valide sein, die dafür erforderliche Zeit haben wir.“

Die Schaeffler-Führung setzt große Hoffnung auf Gespräche mit potenziellen internationalen Investoren, hieß es in Unternehmenskreisen. Diese Verhandlungen sollten zu einer Entscheidung geführt werden, bevor der Rettungsplan der Politik vorgestellt werde. Finanzkreise schätzen die Erfolgsaussichten jedoch als schlecht ein.

Seite 1:

Schaeffler hofiert Ex-Conti-Chef Wennemer

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%