Autozulieferer
Schaeffler kommt Conti-Übernahme näher

Die fränkische Schaeffler-Gruppe schreitet bei der Übernahme des Autozulieferers Continental voran. Bis zum 19. Dezember werde mit der Freigabe durch die EU-Wettbewerbshüter gerechnet, sagte ein Schaeffler-Sprecher. Doch sicher ist noch nichts.

HB HERZOGENAURACH. Binnen acht Bankarbeits-Tagen und damit bis zum 8. Januar müsse dann die Bezahlung der angedienten Aktien erfolgen. Es geht um rund zehn Mrd. Euro, die Schaeffler den Anlegern überweisen muss. "Es kann auch weniger werden", sagte der Sprecher und verwies auf Aktienkäufe außerhalb des offiziellen Übernahmeangebots.

Schaeffler hatte sich Mitte des Jahres eine Übernahmeschlacht mit dem Conti-Management geliefert, an deren Ende die Franken die Hannoveraner zu seiner umfassenden Zusammenarbeit drängen konnten. Schaeffler hat in seiner offiziellen Offerte 75 Euro pro Conti-Aktie geboten, der aktuelle Kurs liegt bei nur knapp 39 Euro. Spekulationen über einen milliardenschweren Abschreibungsbedarf wies der Sprecher aber zurück: Continental sei eine strategische Beteiligung und keine Finanzbeteiligung. Deshalb gebe es auch "keine Verpflichtung, die Aktien zu Marktpreisen zu bilanzieren". Der innere Wert des Unternehmens sei entscheidend.

Seit Monaten kursieren im Markt Spekulationen, Schaeffler bekomme wegen der Finanzkrise nicht genügend Geld für den Kauf zusammen und das ganze Geschäft könnte deshalb platzen. Aus diesem Grund tendiert die noch frei gehandelte Aktie auch deutlich unter dem Angebotspreis. Laut "Handelsblatt" hat sich der Wälzlager-Hersteller nun Hilfe ins Haus geholt. Damit das Bankenkonsortium die für den Deal notwendige Schuldenlast in Höhe von 16 Mrd. Euro besser schultern könne, hätten die Franken die US-Bank JPMorgan mit der Restrukturierung ihres Kreditpaketes beauftragt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Die Amerikaner sprächen bereits mit den Banken.

Schaeffler wurden bis zum Ende der erweiterten Annahmefrist am 16. September gut 82 Prozent der Conti-Aktien angedient. Darüber hinaus hält das Unternehmen nach letztem Stand bereits knapp acht Prozent und kauft laufend weiter zu. Zuletzt zahlte Schaeffler 55,32 Euro je Anteilsschein. Die Aktien stammten aus dem Pool der angedienten Papiere. Angesichts der Spekulationen über einen Fehlschlag der Schaeffler-Offerte sind die bisherigen Besitzer bereit, ihre Aktien mit Abschlag gegenüber dem Angebotspreis zu verkaufen.

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