Autozulieferer
Schaeffler legt Auto-Fusion vorerst auf Eis

Eine Fusion ist dann sinnvoll, wenn man gemeinsame Bereiche geschickt zusammenlegen kann. So hatte es Schaeffler auch mit Continental vor: Eine gemeinsame Automobilzuliefersparte sollte das Aushängeschild des neuen Konzerns sein. Doch nun sind diese Pläne nach Handelsblatt-Informationen bis auf Weiteres vom Tisch.

MÜNCHEN/HAMBURG. "Wenn man da die Synergien ohne einen großen Zusammenschluss bergen kann, belastet das die Organisation nicht zusätzlich", hieß es weiter. Über eine gemeinsame Automotive-Sparte könne man in einigen Jahren nachdenken, wenn die Konjunktur angesprungen sei und die Gruppe wieder Luft zum Atmen habe. Die Projekte etwa für einen gemeinsamen Einkauf von Schaeffler und Conti oder die Entwicklung von neuen Produkten sollen aber vorangetrieben werden.

"Die Zusammenführung zu einer Automotive-Gruppe könnte sich um ein bis drei Jahre verzögern", sagte eine andere mit den Vorgängen vertraute Person. Ursprünglich war vorgesehen, die Zulieferzweige beider Unternehmen so schnell wie möglich zusammenzuführen. Dadurch sollten maximale Synergien gehoben und Schaefflers Schuldenlast aufgeteilt werden. Bei einer Fusion der beiden Sparten seien aber komplexe rechtliche und steuerliche Probleme zu klären, hieß es jetzt in Industriekreisen. "Das ist ein riesiger Brocken, den man zusätzlich schultern müsste."

Die neue Gruppe ist mit rund 22 Mrd. Euro verschuldet. Zudem leiden Conti wie Schaeffler unter der Rezession in der Autoindustrie. Wie groß der Druck ist, zeigt sich an der Ausweitung der Sparbemühungen: Unternehmenskreisen zufolge haben sich die Führungskräfte von Continental bereit erklärt, einen Tag im Monat ohne Entgelt zu arbeiten. In Deutschland betrifft das gut 1 500 Manager.

Die Schaeffler-Gruppe will ungeachtet an einer Fusion ihrer Autozuliefersparte mit der von Continental aber grundsätzlich festhalten. „Wir werden weiter an der Zusammenführung der beiden Automotive-Bereiche arbeiten und sind zuversichtlich, dass das jetzt kooperativ und ohne Störungen weiter vorangehet“, sagte Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck. Die Fusion sei aber sicher kein Vorgang, der in den nächsten Monaten abgeschlossen sein werde, betonte der Sprecher.

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