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Schaeffler schafft Fakten für Fusion mit Conti

Schaeffler hat sich Luft verschafft: Die Gläubigerbanken haben zugestimmt, den riesigen Schuldenberg neu zu finanzieren. Das Handelsblatt hat erfahren, dass Schaeffler auch die nun etwas höhere Zinslast aus dem laufenden Geschäft bedienen will. Das Konzept könnte mittelfrsitig auch erhebliche Auswirkungen auf Conti haben.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Die angeschlagene Schaeffler-Gruppe hat sich mit den Gläubigerbanken auf eine Refinanzierung ihres immensen Schuldenbergs geeinigt. Die Kredite werden für Schaeffler etwas teurer, dafür aber zeitlich gestreckt. Um eine spätere Fusion mit Conti zu ermöglichen, werden die Verbindlichkeiten von rund zwölf Mrd. Euro auf eine operative Gesellschaft und eine Holding aufgeteilt. „Wir haben mit der Einigung über das Finanzierungskonzept einen Meilenstein erreicht, um die Schaeffler-Gruppe in den nächsten Jahren erfolgreich weiterzuentwickeln“, sagte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld.

Die Schaeffler-Gruppe hatte sich an der Übernahme des dreimal größeren Rivalen Conti verhoben. Durch die Refinanzierung gewinnt der Konzern nun Zeit – und die Familie Schaeffler behält fürs Erste ihren Einfluss. Die Gläubigerbanken, die von der Commerzbank angeführt werden, können wiederum milliardenschwere Abschreibungen vermeiden.

Zu Details hüllten sich die Verhandlungspartner offiziell in Schweigen. Nach Informationen aus Finanzkreisen verbleibt der größere Anteil der Schulden in der operativen Gesellschaft, die einmal mit Conti fusioniert werden soll. Kredite von vier bis fünf Mrd. Euro sollen in die neue Holding kommen, der Rest verbleibt bei der operativen Gesellschaft. Staatshilfe ist kein Teil des Konzepts.

Durch die Verlängerung der Kredite steigt nach Handelsblatt-Informationen die Zinslast für Schaeffler. „Natürlich sind die Konditionen etwas schlechter“, hieß es in Branchenkreisen. Schließlich seien die alten Kreditverträge in einem anderen wirtschaftlichen Umfeld abgeschlossen worden. Die neuen Kreditkonditionen wurden in Finanz- und Industriekreisen als „marktüblich“ bezeichnet.

Offiziell werden die Zinszahlungen entgegen früheren Erwägungen nicht gestundet. Schaeffler ist zuversichtlich, die Zinslast aus dem operativen Geschäft bedienen zu können. Über einen Umweg ist jedoch trotzdem zumindest für einen Teil der Kredite eine Stundung der Zinsen möglich. So sollen in der Holding die Conti-Aktien gebündelt werden. Die Zinsen würden dann über die Dividende bedient. Da aber für 2009 nicht mit einer Dividende zu rechnen sei, könnte die Zinszahlung durchaus gestundet werden.

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