Autozulieferer
Schaeffler will Conti rasch übernehmen

Die fränkische Schaeffler-Gruppe hat von der EU-Kommission "grünes Licht" für die formelle Anmeldung der Continental-Übernahme erhalten. Schaeffler strebe nun einen zügigen Vollzug der Übernahme des Autozulieferers aus Hannover an und werde die zur formellen Einleitung der fusionskontrollrechtlichen Prüfung erforderlichen Dokumente noch an diesem Freitag einreichen.

HB HERZOGENAURACH. Der formelle Antrag wurde seit langem am Markt erwartet. "Wir werden unsere Strategie wie geplant umsetzen und die Übernahme nach der Freigabe durch die EU-Kommission vollziehen", sagte Jürgen M. Geißinger, Vorsitzender der Schaeffler - Geschäftsleitung. Nach der Anmeldung hat die EU-Kommission in einer ersten Prüffrist 25 Werktage Zeit zu entscheiden, ob der Zusammenschluss genehmigt ("Phase I") oder ob ein ausführliches Prüfungsverfahren ("Phase II") eingeleitet wird. Schaeffler zeigte sich zuversichtlich, dass eine Genehmigung innerhalb der "Phase I" erfolge.

Nach Worten Geißingers ist es angesichts der aktuellen Krise der Automobilindustrie ein Wettbewerbsvorteil, rasch die Stärken beider Unternehmen im Automotive-Bereich zusammenzuführen. "Durch die Kombination von Schaeffler und Continental wird einer der weltweit führenden Automobilzulieferer entstehen. Wir werden der Automobilindustrie für jeden Markt und für jede Anwendung passende Lösungen bieten ­ von der Einzelkomponente bis zur Systemlösung", betonte Geißinger laut Mitteilung.

Schaeffler hatte sich im August nach einer wochenlangen Übernahmeschlacht mit dem wesentlich größeren Dax-Unternehmen Conti auf ein umfassendes Engagement bei dem Hannoveraner Autozulieferkonzern geeinigt. Zuletzt hatte es wegen der Kapitalmarktkrise und den damit erschwerten Finanzierungsbedingungen immer wieder Zweifel daran gegeben, ob Schaeffler die Übernahme stemmen kann. Das Unternehmen hatte den Conti-Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot in Höhe von 75 Euro je Aktie gemacht, darf den Vereinbarungen mit Continental zufolge aber maximal 49,99 Prozent der Anteile übernehmen.

Dem fränkischen Familienunternehmen wurden rund 82 Prozent der Conti-Aktien angeboten. Mit den bereits gehaltenen Anteilen von knapp acht Prozent würde Schaeffler nach Abschluss des Übernahmeangebots auf rund 90 Prozent kommen. Daher muss die Schaeffler-Gruppe einen Teil an institutionelle Investoren weiterreichen. Nachträglich zum Verkauf eingereichte Aktien von Continental sind am Freitagvormittag um 14,55 Prozent auf 63,00 Euro angesprungen. "Damit dürfte es keine weiteren Verzögerungen mehr geben und der Prüfungsautomatismus starten", sagte ein Börsianer. Die Unsicherheit über ein Scheitern der Übernahme sinke deutlich. Die nicht angedienten Aktien legten um 9,3 Prozent auf 32,07 Euro zu.

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