Autozulieferer
Schaeffler will gemeinsame Autosparte

Der fränkische Familienkonzern Schaeffler hat sich für eine Zusammenlegung der Automobilsparten unter der Leitung der Continental AG ausgesprochen. "Falls es zu einer Zusammenlegung der Automobilsparten kommt, sollte der Conti-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann diese führen", sagte ein Sprecher der Herzogenauracher.

HB HERZOGENAURACH. Der Sprecher fügte jedoch an, dass die Franken die Macht in dem neu zu formenden Konzern beanspruchen. "Dabei ist eines klar: Jürgen Geißinger wird in diesem Fall die erweiterte Schaeffler-Conti führen."

Schaeffler erwartet am Freitag grünes Licht aus Brüssel für die Übernahme. Nach einer Freigabe durch die EU-Kommission hat Schaeffler acht Bankarbeitstage Zeit, den Aktionären das Geld zu überweisen. Mit einer Auszahlung und damit der Übernahme wird daher zum 7. Januar 2009 gerechnet. Sobald die Herzogenauracher im Januar neuer Großaktionär seien, "werden wir schnelle und pragmatische Lösungen im Interesse beider Unternehmen und ihrer Kunden umsetzen", hieß es.

Die Franken hatten sich im Sommer eine Übernahmeschlacht mit den Niedersachsen geliefert. Der weltweit fünftgrößte Automobilzulieferer aus Hannover willigte erst ein, nachdem Schaeffler sein Angebot auf 75 Euro pro Aktie angehoben und sich verpflichtet hatte, in den kommenden vier Jahren seinen Anteil an Conti auf maximal 49,9 Prozent zu beschränken.

Die IG Metall hat derweil den Machtkampf der Unternehmensspitzen kurz vor der Übernahme des Autozulieferers Continental durch die Schaeffler-Gruppe scharf kritisiert. "Wir gehen mit großen Schritten auf eine Rezession zu und die Manager der Continental AG und der Schaeffler-Gruppe ergehen sich in Ränkespielen und einer Schlammschlacht in den Medien", teilte der niedersächsische IG Metall-Chef Hartmut Meine am Donnerstag in Nürnberg am Rande eines gemeinsamen Betriebsräte-Treffens von Conti und Schaeffler mit. Die Manager spielten mit dem Vertrauen der Automobilhersteller und gefährdeten damit Arbeitsplätze.

Dies sei gegenüber den weltweit rund 213 000 Beschäftigten in beiden Unternehmen "unverantwortlich", kritisierte Meine, Mitglied im Conti-Aufsichtsrat. Belegschaften, Betriebsräte und Gewerkschaften von Conti und Schaeffler seien sich einig und agierten gemeinsam. "Eine dementsprechende Handlungsfähigkeit fordern wir auch von der Kapitalseite beider Unternehmen." Die persönlichen Rivalitäten müssten sofort beendet werden. Mögliche Umstrukturierungen von Unternehmensbereichen müssten zukunftsorientiert erfolgen. "Es muss ein ausgewogenes Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital realisiert werden, damit kein Unternehmensbereich von Continental und Schaeffler unter der Schuldenlast zusammenbricht."

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