Autozulieferer
Schaeffler will mehr Kontrolle

Der angeschlagene Familienkonzern will offenbar seinen Einfluss weiter ausbauen und seinen neuen Finanzvorstand Klaus Rosenfeld in den Conti-Aufsichtsrat schicken. Entgegen früherer Vereinbarungen würde Schaeffler damit fünf der zehn Kapitalvertreter in dem Kontrollgremium stellen.

DÜSSELDORF. Kurz vor der Hauptversammlung von Continental strapaziert eine Personalie den Burgfrieden mit Großaktionär Schaeffler. Der angeschlagene Familienkonzern will offenbar seinen Einfluss weiter ausbauen und dazu den neuen Finanzvorstand Klaus Rosenfeld in den Conti-Aufsichtsrat schicken. Damit würde Schaeffler entgegen früheren Vereinbarungen künftig fünf statt vier der zehn Kapitalvertreter in dem Kontrollgremium stellen. Schaeffler verweist allerdings darauf, dass inklusive Rosenfeld nur vier Vertreter direkt bei dem Konzern angestellt sind.

Conti äußerte sich offiziell nicht, aber selbst Vertreter der Kapitalseite zeigten sich verwundert. Auch die Arbeitnehmerseite wurde überrascht, verwies aber darauf, die Nominierung sei "Sache der Anteilseigner". Die Besetzung der Kapitalseite wurde den Kontrolleuren am 6. März präsentiert, nachdem einen Tag zuvor der Nominierungsausschuss die Liste festgelegt hatte. "Die Hauptversammlung ist allerdings nicht an die Vorschlagsliste für die Kapitalseite gebunden", sagte Rechtsanwalt Robert Heym von der Kanzlei Reed Smith.

Der Rat wird bei der Hauptversammlung übermorgen neu besetzt. Per Gerichtsbeschluss wurden bereits Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger, die Eigentümer Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler sowie ihr Vertrauter Rolf Koerfer bestellt, der das Kontrollgremium führt. Sie müssen von den Aktionären bestätigt werden. Rosenfeld war erst vor kurzem von der Dresdner Bank zu Schaeffler gewechselt. Er soll den Platz übernehmen, den der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Jörg Bullinger, einnehmen sollte. "Schaeffler möchte, dass der Finanzteil des eigenen Hauses gut vertreten ist", sagte Bullinger der Nachrichtenagentur Reuters.

Weiteres Ungemach droht Conti in Frankreich. Heute entscheidet ein Gericht über die umstrittene Schließung des Reifenwerks in Clairoix.

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