Autozulieferer
Schaefflers Gläubigerbanken machen Druck

Die Gläubigerbanken erhöhen den Druck auf Schaeffler. Die Institute sind insbesondere verärgert, weil Schaeffler die Vorstöße bei der Conti-Aufsichtsratssitzung nicht mit den Kreditinstituten abgesprochen hatte. "Wir sind völlig überrascht worden, das war nicht abgestimmt", hieß es bei einer Schaeffler-Bank.

ax/hgn/mcs/HANNOVER/FRANKFURT. Man habe im Vorfeld eher darauf gedrängt, Eskalation zu vermeiden. "Den Rat hat man bei Schaeffler ganz offensichtlich nicht befolgt." Die Institute seien extrem verärgert. "Man kann da nicht zugucken, das hat ein Nachspiel."

Vor allem die Gläubigerbanken von Conti fürchten nach Informationen des Handelsblatts nun, dass durch das Führungschaos bei Conti weitere Verzögerungen entstehen. "Die Zeit drängt aber", hieß es in Finanzkreisen. Wenn sich ein neuer Vorstandsvorsitzender erst einarbeite, bestehe die Gefahr, dass sich die bei Conti dringend benötigte Kapitalerhöhung bis zum Jahresende hinziehe. Dies müsse verhindert werden. Die Kapitalerhöhung könne ein wichtiges Zeichen für eine Stabilisierung sein - und die weiteren Verhandlungen über die Refinanzierung bei beiden Seiten erleichtern. Dies dürfte auch als Drohung an Schaeffler zu verstehen sein. Schaeffler steht derzeit in weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit den Banken über eine Neuordnung der Kredite.

Conti und Schaeffler sind hoch verschuldet und führen seit Monaten mit den Kreditinstituten Verhandlungen über eine Refinanzierung. Bisher hatten die Gläubigerbanken öffentlich eine vergleichsweise passive Rolle gespielt. Sie fürchten hohe Abschreibungen, wenn sie zum Beispiel den Lösungsweg verfolgen würden, ihre Forderungen in Anteile an den Unternehmen zu tauschen.

Die erwartete Ablösung von Conti-Chef Karl-Thomas Neumann stößt bei den Gläubigerbanken des Hannoveraner Autozulieferers auf Kritik. Man habe immer hervorragend mit Neumann zusammengearbeitet, hieß es in Finanzkreisen. "Neumann hat es geschafft, binnen kurzer Zeit wieder Vertrauen zu den Kunden herzustellen." Das Vorgehen der Schaefflers bei der turbulenten Aufsichtsratssitzung in der vergangenen Woche sei hochproblematisch. "Die Schaefflers haben immer noch nicht begriffen, wie ein börsennotiertes Unternehmen funktioniert."

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