Autozulieferer
Starker Euro bremst Umsatz bei Mahle

Der deutsche Autozulieferer Mahle muss die Umsatzpläne von zehn Milliarden Euro für dieses Jahr nach unten korrigieren. Schuld sind politische Krisen, ein langsameres Wachstum des Marktes und die Stärke des Euro.
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StuttgartDas etwas langsamere Wachstum des Automarktes weltweit und politische Krisen zwingen den viertgrößten deutschen Autozulieferer Mahle zu leichten Abstrichen an den Umsatzplänen für dieses Jahr.

Der Stiftungskonzern rechnet für das Gesamtjahr nun mit 9,7 bis 9,8 Milliarden Euro Umsatz. Im Frühjahr hatte Mahle-Chef Heinz Junker noch von rund zehn Milliarden Euro gesprochen.

Da die Weltwirtschaft langsamer wachse als zunächst erwartet, nehme auch die Fahrzeugproduktion weniger stark zu, erklärte Junker am Montag in Stuttgart.

Im Vorjahr lag der Umsatz bei 6,9 Milliarden Euro, wobei im vierten Quartal der 2013 übernommene Klimaanlagen-Spezialist Behr eingerechnet war. Der Erlös von 4,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr entspricht einem Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem Behr noch nicht enthalten war. Das organische Wachstum von Mahle betrug 3,4 Prozent.

Die Stärke des Euro gegenüber Dollar, Yen oder Real kostete den Hersteller von Kolben, Filtern oder Elektromotoren im ersten Halbjahr 180 Millionen Euro Umsatz. Durch die Krisen in Osteuropa und Nahost kämen Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe hinzu, sagte Junker.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg im Halbjahr um 88 Prozent auf 217 Millionen Euro. Damit strich Mahle 4,4 Prozent vom Umsatz an Gewinn ein nach 3,8 Prozent im ersten Halbjahr 2013.

In West-Europa wird es nach Einschätzung Junkers noch länger dauern, bis beim Pkw-Absatz das Vorkrisenniveau von 15 bis 16 Millionen Fahrzeugen im Jahr erreicht werde. In den beiden größten von der Finanzkrise betroffenen EU-Staaten Italien und Spanien liege die Auslastung nur bei 70 bis 80 Prozent.

Dennoch will der Konzern keine Kapazitäten abbauen. Investiert wird vor allem in China, wo Mahle fast alle Werke ohne Joint-Venture-Partner betreibt. Pläne, europäische Zulieferer in Gemeinschaftsfirmen zu zwingen, vor denen ElringKlinger gewarnt hatte, seien ihm nicht bekannt, sagte Junker.

China verhängt derzeit Geldbußen gegen Autohersteller, darunter Daimler und Audi, da die Behörden Ersatzteilpreise für überhöht halten. An jungen Märkten wie China sind Autoteile Junker zufolge viel teurer als in Europa. Die Gesamtheit aller Teile habe in China zuletzt zehn Mal so viel gekostet wie der entsprechende Neuwagen - in gesättigten Märkten sei das Verhältnis vier zu eins.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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