Autozulieferer
Stellenabbau bei Conti löst Proteste aus

Der Reifenhersteller Continental steuert wegen der Schließung der Reifenproduktion im Hannoveraner Stammwerk auf eine Konfrontation mit der Gewerkschaft zu. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie, Hubertus Schmoldt, kündigte heftige Proteste an.

HB HANNOVER. „Wennemer will offensichtlich seinen Ruf als Dividenden-Erhöher verteidigen“, sagte Schmoldt. Er warf dem Conti-Chef vor, die Partnerschaft mit der Gewerkschaft aufgekündigt zu haben. Erst vor wenigen Monaten hatten die Mitarbeiter längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich zum Joberhalt zugestimmt. Nun müsse man die Frage stellen, warum die Beschäftigten „Opfer“ gebracht hätten, wenn Wennemer wenig später das „Fallbeil“ fallen lasse, klagte Schmoldt. Angesichts von Rekordbilanzen stelle sich die Frage nach der sozialen Verantwortung von Continental.

Der Autozulieferer will die Produktion von PKW-Reifen in Hannover Ende nächsten Jahres einstellen. Dadurch fallen 320 Arbeitsplätze weg, zehn Prozent der Belegschaft in dem Stammwerk. Der Konzern begründete die Schließung damit, dass das Werk in Hannover-Stöcken mit rund 1,3 Millionen PKW-Reifen im Jahr zu klein und zu teuer sei. Außerdem sei das Wachstum im PKW-Reifengeschäft geringer ausgefallen als erwartet.

Wennemer stellte die Schließung in Zusammenhang mit der Strategie von Conti, teure Produktion an Niedriglohnstandorte zu verlagern. Dank Produktionsverlagerungen und einer immer stärkeren Nachfrage nach dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) steuert der Konzern beim Gewinn 2005 das vierte Rekordjahr in Folge an. Bereits nach drei Quartalen hat Conti mehr verdient als im gesamten Vorjahr.

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