Autozulieferer vor Übernahme
Gewinnrückgang bei Beru

Beim schwäbischen Autozulieferer Beru schlagen die Abfindung für einen Vorstand und die Unternehmensberatungskosten vor der Übernahme durch den US-Konkurrenten Borg-Warner negativ auf das Gesamtjahresergebnis durch.

HB STUTTGART. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2004/05 (31. März) auf 22,2 (Vorjahr: 24,0) Mill. €, wie Beru am Donnerstag in Ludwigsburg mitteilte. Ohne die einmaligen Aufwendungen von 4,2 Mill. € für die Abfindung des im April überraschend ausgeschiedenen Produktionsvorstands Bernhard Herzig und für die Beratungsleistungen hätte das Ebit mit 26,4 Mill. € knapp über den von Reuters erhobenen Analystenschätzungen gelegen. Bis zum Geschäftsjahres-Ende soll das Ebit trotzdem um zehn Prozent auf 59 (53,4) Mill. € steigen. Ohne Einmalkosten hatte Beru eine operative Steigerung um 13 % - entsprechend dem erwarteten Umsatzwachstum auf 400 Mill. € - in Aussicht gestellt. Operativ sei Beru weiter auf dem richtigen Weg, sagte Vorstandschef Marco von Maltzan.

In den ersten sechs Monaten kletterte der Konzernumsatz um 16,5 % auf 179,8 Mill. €, wie Beru mitteilte. Auch aus eigener Kraft - ohne die Übernahme der französischen Eyquem - hätte er um mehr als zehn Prozent zugelegt. Hohe Zuwächse in der Diesel-Kaltstarttechnologie sowie bei Innenraum-Zuheizern für Diesel-Pkw und Hochtemperatursensoren hätten das Minus bei Systemen zur Reifendruckkontrolle wett gemacht, mit denen Beru im ersten Halbjahr sogar rote Zahlen geschrieben habe.

Nach der kürzlichen Verabschiedung einer US-Verordnung, die von September 2005 an den Einbau der Geräte in 50 % der Neuwagen in den USA vorschreibt, soll sich der Trend bei den Luftdruck-Sensoren umkehren. „Das Kundeninteresse ist spürbar gestiegen, es zeichnet sich eine erfreuliche Auftragsentwicklung ab“, sagte von Maltzan. 2005 soll das Produkt 45 Mill. € zum Umsatz beitragen. Ab September 2007 sind die Sensoren sogar für alle neu zugelassenen Autos in den USA Pflicht. Beru ist einer von drei großen Herstellern der Kontrollsysteme.

Die zweite Baustelle von Beru ist der im vergangenen Jahr zugekaufte französische Zündkerzenhersteller Eyquem. Dort sei die Ertragslage „weiterhin unbefriedigend“, hieß es. Zunächst müsse dort die Produktion modernisiert werden. Eyquem drückte in der ersten Jahreshälfte auch die operative Ebit-Rendite auf 14,7 (15,5) Prozent und damit unter die Zielmarke von 15 %. Der Überschuss nach Steuern ging zwischen April und September auf 14,1 (15,8) Mill. € zurück. Der Auftragseingang sei um 14,6 % auf 163,3 Mill. € gestiegen, der Bestand an Orders lag Ende September mit 173,6 Mill. € um mehr als elf Prozent über Vorjahr.

BorgWarner hatte Anfang des Monats mitgeteilt, Zugriff auf 63 % der Beru-Anteile zu haben, die vom Finanzinvestor Carlyle und der Familie Birkel stammten. Die übrigen Aktionäre sollen bis Ende November ein Übernahmeangebot über 67,50 € pro Aktie erhalten. Insgesamt würde BorgWarner damit für Beru 621 Mill. € zahlen. Die Aktie gab am Donnerstag um 0,3 % auf 68,60 € nach und lag damit über der Offerte von BorgWarner. Zahlreiche Aktionäre spekulieren offenbar auf eine Aufstockung des Angebots.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%