Autozulieferer wuchs verhaltener als zuletzt
Beru hofft auf neue Modelle

Der auf Diesel-Technologie spezialisierte Autozulieferer Beru hofft auf die im Herbst neu anlaufenden Volumenmodelle wie den VW Golf, um sein Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2003/04 (zum 31. März) zu erreichen.

Reuters LUDWIGSBURG. Im ersten Quartal wuchs Beru verhaltener als zuletzt. Der Konzernumsatz sei um 5,2 % auf 69,4 Mill. € gestiegen, teilte das Ludwigsburger Unternehmen am Donnerstag mit. „Das ist ein vorzeigbares Ergebnis“, sagte Vorstandschef Marco von Maltzan. Die Übernahme des französischen Zündkerzen- Geschäfts von Johnson Controls, Eyquem, der Anlauf eines Dieselschnellstartsystems sowie von elektronischen Zuheizgeräten für den Fahrzeuginnenraum sollen den Umsatz 2003/04 um bis zu 15 % steigern. Beide Produkte liefert Beru für die neue Golf-Plattform von Volkswagen zu.

Beim Gewinn liegt Beru nach dem ersten Quartal auf Kurs. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um vier Prozent auf 10,4 Mill. € gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Das entspricht einer Ebit-Umsatzrendite von 15 %, einem Wert, den Beru auch für das Gesamtjahr mindestens anpeilt. Der höhere Anteil von Elektronik und die damit verbundenen Materialkosten hätten die Marge gedrückt, erklärte Beru. Höhere Steuerquoten und kleinere Erträge aus Aktienverkäufen ließen den Gewinn nach Steuern auf 7,0 (Vorjahr: 8,2) Mill. € schrumpfen.

Zuletzt hatte der neue Vorstandschef Marco von Maltzan von einem Umsatzwachstum über 15 % im gesamten Geschäftsjahr gesprochen. „Wir planen nach wie vor zehn Prozent organisches Wachstum, und dazu kommt noch Eyquem“, erläuterte ein Sprecher. „Wichtig ist doch, dass wir profitabel wachsen“, sagte der Vorstandschef. Wann Beru die angepeilten 500 Mill. € Umsatz erreiche, sei zweitrangig. Weitere Zukäufe seien kurzfristig nicht in Sicht. Grundsätzlich will von Maltzan bei Akquisitionen den Schwerpunkt künftig auf den Ersatzteilmarkt außerhalb Deutschlands legen. „Da können sie sehr attraktive Margen erreichen“, sagte er Reuters.

Zuversichtlich stimmt Beru der Auftragseingang, der in den ersten drei Monaten um 8,2 % auf 75 Mill. € stieg. Nach der Eyquem-Übernahme verhandle Beru mit dem französischen Autokonzern Renault über den Einbau der Diesel-Kaltstarttechnik in ein neues Volumenmodell, sagte von Maltzan. Die Gespräche seien weit fortgeschritten.

Beru hält seine Umsatzrenditen seit Jahren auf einem für die Zulieferindustrie außerordentlich hohen Niveau. Das Unternehmen, das als Glühkerzen-Hersteller für Diesel-Fahrzeuge begonnen hat, profitiert von seiner Rolle als Nischenanbieter von innovativen Produkten. So wies das neu aufgebaute Geschäft mit Sensoren zur automatischen Reifendruck-Kontrolle im ersten Quartal mit einem Umsatzplus von 60 % die höchsten Zuwachsraten auf.

Die WestLB will ihr „Outperform“-Rating für Beru überprüfen. Nach der gesunkenen Ebit-Marge müsse er seine Erwartung von 16,5 % Rendite überdenken, schrieb Analyst Fredrik Westin in einer Kurzstudie. Die im MDax notierte Aktie stieg am Donnerstag um 0,4 % auf 52 € und näherte sich ihrem Jahreshoch.

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