Autozulieferer: Wyser-Pratte droht Valeo-Chef

Autozulieferer
Wyser-Pratte droht Valeo-Chef

Vor einem Monat stieg eine internationale Investorengruppe um den gefürchteten US-Strategen Guy Wyser-Pratte beim französischen Autozulieferer Valeo ein. Inzwischen haben sich der neue Großaktionär und die Konzernführung getroffen. Doch beide Seiten sind sich nicht einmal darüber einig, was sie sich eigentlich gesagt haben.

PARIS. Beim französischen Autozulieferer Valeo sind die Konzernspitze und der Großaktionär Guy Wyser-Pratte uneins über die Ausrichtung des Konzerns. Der Valeo-Chef Thierry Morin glaubt dagegen, mit seinem neuen Großaktionär strategisch auf eine Linie zu liegen. Morin bekräftigte am Dienstag in Paris den Plan, in den USA Teile von den problembeladenen Auto-Zulieferern aufkaufen zu wollen.

„Ich habe unsere Strategie Herrn Wyser-Pratte eine Stunde lang erläutert und ich hatte nicht den Eindruck, dass er damit nicht einverstanden ist“, sagte Morin. Das Treffen mit dem US-Aktionär sei sehr gut gelaufen. Die von Wyser-Pratte geführte Investorengruppe stieg Ende Januar 2007 bei Valeo ein und hält 2,4 Prozent der Aktien.

Wyser-Pratte stellt das erste Treffen mit dem Valeo-Chef anders dar. „In Diplomatenkreisen würde man wohl sagen, wir hatten eine sehr offene Diskussion“, sagt der US-Investor zum Handelsblatt. „Ich habe Morin klar gemacht, dass wir gegen alle Zukäufe sind, bevor Valeo seinen eigenen Laden aufgeräumt hat.“

Er wisse, dass der Hedge-Fonds Pardus fordere, Valeo solle den US-Konkurrenten Visteon für zwölf Dollar pro Aktie kaufen, sagt Wyser-Pratte. Dieser Preis sei absurd. Die Aktie steht derzeit bei knapp neun Dollar. Der Hedge-Fonds Pardus hält 5,2 Prozent an Valeo und 17,2 Prozent an Visteon. Wyser-Pratte: „Sollte das Valeo-Management versuchen, Visteon zu kaufen, dann wäre das ein Kriegsgrund. Das habe ich Morin gesagt.“

Der Valeo-Chef Morin sagte, dass „es keinen Sinn macht, einen der großen Zulieferer komplett zu übernehmen, aber Teile davon könnten interessant sein.“ Der geplante Kauf des Ford-Werkes Sheldon Road, das Klima-Anlagen herstellt, würde daher wie geplant umgesetzt werden. Wyser-Pratte sagte dem Handelsblatt, er sei gegen diesen Zukauf.

Bis 2010 will Valeo auch durch Zukäufe zu den Top 5-Zulieferern der Welt zählen. Bis zu diesem Zieldatum soll die Ebit-Marge sechs Prozent betragen. 2006 lag sie bei 3,4 Prozent (minus 0,4 Punkte). Der Ebit-Rückgang fiel damit geringer aus als erwartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank um 8,8 Prozent auf 341 Mill. Euro. Dank des Verkaufs der Elektromotoren stieg der Netto-Gewinn um 13,4 Prozent auf 161 Mill. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%