Autozulieferer
ZF fordert Preisnachlässe von Lieferanten

Der Autozulieferer ZF will seine Materialkosten um 500 Millionen Euro reduzieren. Das geht zulasten der ZF-Lieferanten, die ihre Preise reduzieren sollen. Besonders für kleine Firmen könnte das ein Problem werden.
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StuttgartDer Kostendruck in der Automobilzulieferindustrie verschärft sich: Der Zulieferer ZF Friedrichshafen will die Zahl seiner Lieferanten in den kommenden beiden Jahren kräftig reduzieren und verlangt von den eigenen Zulieferern „spürbare“ Preisnachlässe. ZF wolle die Materialkosten bis Ende 2014 um 500 Millionen Euro senken, teilte der im Stiftungsbesitz befindliche Konzern am Donnerstag in Friedrichshafen mit. ZF kauft derzeit jährlich Produktions- und Verbrauchsmaterial für rund zehn Milliarden Euro ein. Die Automobilhersteller verlangen von ZF ihrerseits Mengenrabatte, da sie immer größere Stückzahlen an Getrieben, Achsen und Lenkungen abnehmen.

ZF setzte zuletzt 15,5 Milliarden Euro um und rechnet bis zum Jahr 2020 mit einem Umsatzzuwachs auf mehr als 20 Milliarden Euro. „Um die starke Kundennachfrage bedienen zu können, sind enorme Investitionen in neue Werke und Produktionsanlagen nötig“, sagte der seit Mai an der Spitze des ZF-Vorstands stehende Stefan Sommer. Durch diese Vorleistungen nehme der Druck auf das Ergebnis „deutlich“ zu. „Wir müssen diesen Druck maßvoll an unsere Lieferanten weitergeben“, sagte Sommer.

Neben Preiszugeständnissen will ZF bei seinen Zulieferern auch die bisher variierenden Einkaufsbedingungen vereinheitlichen und den Lieferanten gleiche Zahlungsziele setzen. Kleine Lieferanten müssen zudem fürchten, von der Einkaufsliste gestrichen zu werden: Für ZF werde es immer wichtiger, dass die Lieferanten weltweit lieferfähig seien und ihr Produktionsmaterial in Europa, Asien und Amerika gleichermaßen anbieten könnten. „Im Zuge der Neuorganisation unserer Lieferantenbeziehungen werden wir auch die Anzahl unserer Lieferanten deutlich reduzieren“, sagte Sommer.

ZF Friedrichshafen zählt zu den weltweit größten Autozulieferern und ist vor allem als Getriebe- und Fahrwerkshersteller bekannt. Bei Pkw zählt der Konzern vor allem die Premiumhersteller zu seinen Kunden, deren Geschäfte derzeit besser als die der Massenhersteller laufen. Die Nutzfahrzeugbranche kämpft hingegen unter anderem mit einem schwachen europäischen Absatzmarkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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