Autozulieferer: ZF Friedrichshafen macht Gewinnsprung

Autozulieferer
ZF Friedrichshafen macht Gewinnsprung

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen konnten seinen Gewinn im vergangenen Jahr deutlich steigern. Auch bei der Übernahme des US-Konkurrenten TRW Automotive sehen sich die Schwaben voll im Plan.
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StuttgartDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen sieht die im vergangenen Jahr vereinbarte Übernahme des US-Konzerns TRW Automotive auf der Zielgeraden. „Wir erwarten, dass die kartellrechtlichen Genehmigungen im ersten Halbjahr positiv mit erfüllbaren Auflagen abgeschlossen werden“, sagte ZF-Chef Stefan Sommer am Dienstag zur Vorlage der Bilanz für 2014 in Stuttgart. Derzeit bereiteten rund ein Dutzend Arbeitsgruppen die Integration von TRW vor, die in fünf Jahren vollständig abgeschlossen sein soll. Im vergangenen Jahr, bevor ZF mit TRW zu den weltweit führenden Zulieferern wie Continental, Bosch und Denso aus Japan aufrücken wird, erreichte der Stiftungskonzern einen Rekordumsatz von 18,4 Milliarden Euro, ein Plus von neun Prozent. Der operative Gewinn schnellte um 36 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro in die Höhe.

Die rund 9,6 Milliarden Euro teure Übernahme, die größte der 100-jährigen Firmengeschichte, muss von mehr als einem Dutzend Kartellbehörden genehmigt werden. Wie Reuters von Insidern erfahren hatte, wird die EU-Kommission nach Ablauf der Prüffrist am 12. März den Zusammenschluss unter Auflagen genehmigen. Welche Bedingungen - also etwa Verkäufe von Firmenteilen, um zuviel Marktmacht zu verhindern - ZF noch erwartet, wollte Sommer nicht sagen. „Wir erwarten, dass wir die Auflagen umfangreich erfüllen können“, ergänzte er.

Die Übernahme soll im ersten Halbjahr abgeschlossen werden, wenn die übrigen Kartellbehörden - darunter die der USA - grünes Licht gegeben haben. Am Kaufpreis ändere sich trotz der Abschwächung des Euro nichts, da er vollständig abgesichert sei, erklärte Finanzchef Konstantin Sauer. Dank der starken Finanzposition beider Unternehmen könnten die dafür aufgenommenen Kredite zügig getilgt werden.

Der Getriebehersteller vom Bodensee will mit Hilfe des US-Konzerns, der unter anderem Kamera- und Radarsysteme produziert, seine Marktposition als Ausrüster von Elektroautos und bei Assistenzsystemen stärken. Damit könne ZF seine weltweite Präsenz ausbauen und zu den wichtigen Trends in der Autoindustrie - Kraftstoffeinsparung, Sicherheitstechnik und autonomes Fahren - den Kunden mehr bieten, erklärte Sommer.

Zusammen mit TRW wird der Umsatz des Konzerns auf mindestens 30 Milliarden Euro wachsen. Im vergangenen Jahr steigerte ZF den Gewinn dank hoher Nachfrage nach Automatikgetrieben und Achssystemen für Pkw kräftig. Mit einem operativen Ergebnis von 1,1 Milliarden Euro stieg die Umsatzrendite auf knapp sechs Prozent von 4,8 Prozent im Vorjahr. Während die Geschäfte in Nordamerika, Asien und Europa besser liefen, belasteten die Krise in Brasilien wie auch der Ukraine-Konflikt mit Russland. „Die Situation in Russland macht uns natürlich Sorgen“, sagte Sommer. „In diesem Jahr werden die konjunkturellen Entwicklungen auf unser Geschäft durchschlagen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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