Avastin-Studie gestoppt: Todesfälle bremsen Roche aus

Avastin-Studie gestoppt
Todesfälle bremsen Roche aus

Der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche wird vorerst keine neuen Patienen für eine Studie werben, die die Wirkung des Medikaments Avastin bei Dickdarmkrebs erforschen soll. Es hatte mehrere Tote unter den bisherigen Teilnehmern der Untersuchung gegeben.

HB ZÜRICH. Das Onkologieprogramm von Roche und Genentech an sich sei davon aber nicht betroffen, teilte Roche am Montag weiter mit. Pharmachef William Burns sagte, der Rekrutierungsstopp dürfte keine finanziellen Folgen haben. Die klinische Studie sei immer noch in einem Stadium, in dem eine Hypothese getestet werde, so Burns. Das beruhigte die Anleger allerdings wenig: Die Roche-Genussscheine brachen an der Börse zeitweise 4,5 Prozent ein.

In der Avant genannten Phase-III-Studie wird Avastin an Dickdarmkrebs-Patienten verabreicht, die auch mit den Chemotherapien Folfox-4 und Xelox behandelt werden. Avastin gehört zu einer neuen Generation von Medikamenten, die die Blutzufuhr zum Tumor unterbinden. Dadurch wird das Wachstum und die Streuung im Körper (Metastasierung) gebremst. Avastin ist sowohl für Roche als auch für deren US-Tochter Genentech ein sehr erfolgreiches Produkt.

Die Sicherheitsüberprüfung wurden von einem unabhängigen Gremium, dem Data Safety Monitoring Board (DSMB), empfohlen und wird von Roche unterstützt. In einer Teilstudie – der Kombination Xelox plus Avastin – kam es den Angaben zufolge zu vier Fällen von plötzlichem Herztod, wobei in drei Fällen jüngere Patienten betroffen waren.

Avastin ist in den USA und in der EU zur Behandlung von zuvor untherapierten Dickdarmkrebs-Patienten zugelassen und wirkt laut Studien auch gegen Lungen- und Brustkrebs. Roche geht für das Mittel laut früheren Angaben von einem Umsatzpotenzial von mehreren Milliarden Schweizer Franken aus.

Laut Roche soll mit den vorübergehenden Stopp der Patientenrekrutierung das DSMB Gelegenheit erhalten, eine vollständige Beurteilung der Sicherheitsaspekte vorzunehmen. Die geplante schnelle Rekrutierung von Patienten für die Avant-Studie von mehr als 200 Personen pro Monat könnte eine angemessene und zeitgerechte Intervention umöglich machen, hieß es. Patienten, die bereits in die Studie aufgenommen wurden, werden die Behandlung wie im Prüfplan vorgesehen weiterführen und ihre Sicherheitsdaten werden weiterhin durch das DSMB überwacht.

Seite 1:

Todesfälle bremsen Roche aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%