Aventis zieht Konsequenzen - Pharmaunternehmen zahlt 1,5 Milliarden Euro in Fonds – Ratingagenturen machen Druck
Pensionen belasten Konzerne

Europas Konzerne bemühen sich, ihre Pensionslasten in den Griff zu bekommen. Jüngstes Beispiel: Der französischdeutsche Pharmakonzern Aventis kündigte gestern an, 1,5 Mrd. Euro in seine deutschen Pensionsfonds einzuzahlen. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre will das Unternehmen seine deutschen Pensionsverpflichtungen komplett durch voll finanzierte Fonds unterlegen.

shf/lü/abo DÜSSELDORF. Bislang sind die Zusagen an die Pensionäre nur zum Teil mit Kapital unterlegt. Mit dem Schritt nutzt der Konzern das günstige Zinsniveau und reagiert auf die Ratingagenturen, die ungedeckte Pensionsrückstellungen verstärkt als Schulden einstufen.

Ein Firmensprecher sagte, man gehe davon aus, mit den Mitteln in den Fonds Renditen von 6 bis 8 % erwirtschaften zu können, während sich die Finanzierungskosten bei etwa 4 % bewegten. Aventis muss dafür seine reguläre Verschuldung erhöhen. Nach Ansicht von Andreas Theissen, Analyst bei der WestLB, sind solche Manöver nur für Firmen mit sehr hoher Bonität – und damit günstigen Finanzierungskonditionen – interessant. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatte das Pharmaunternehmen Schering seinen Pensionsfonds 800 Mill. Euro zugeführt und damit einen Großteil seiner Pensionslasten gedeckt.

Aventis hatte Ende 2002 ungedeckte Pensionsverpflichtungen von 3,5 Mrd. Euro, davon 2,2 Mrd. Euro in Deutschland. Der Konzern war 1999 aus der Fusion von Hoechst und Rhone-Poulenc entstanden.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hatte das Thema Pensionsverpflichtungen zu Beginn des Jahres auch in Deutschland in den Blickpunkt gerückt. S&P drohte im Februar zwölf europäischen Unternehmen mit einer Herabstufung des Ratings wegen ungedeckter Pensionsverpflichtungen. Letztlich umgesetzt wurde die Herabstufung in Deutschland für Thyssen-Krupp, die Deutsche Post und den Industriegasespezialisten Linde. Für die Unternehmen verteuert sich damit die Mittelbeschaffung an den Kapitalmärkten.

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