Avtovaz Russischer Autobauer bittet Anteilseigner um Hilfe

Wegen des Währungsverfalls sind die Fahrzeugverkäufe in Russland massiv eingebrochen. Das setzt auch dem größten Autobauer des Landes zu. Nun bittet Avtovaz seine Aktionäre um Hilfe.
Renault hält die Hälfte der Aktien in Avtovaz' Holding-Gesellschaft, Nissan etwa 17 Prozent und der russische Staatskonzern Rostec knapp 33 Prozent. Quelle: Reuters
Avotovaz-Werk

Renault hält die Hälfte der Aktien in Avtovaz' Holding-Gesellschaft, Nissan etwa 17 Prozent und der russische Staatskonzern Rostec knapp 33 Prozent.

(Foto: Reuters)

MoskauAngesichts eines Rekordverlustes und sinkender Nachfrage bittet Russlands größter Autobauer Avtovaz seine Aktionäre – darunter Renault und Nissan – um Hilfe. Man sei zuversichtlich, von ihnen genug Unterstützung zu erhalten „um den Betrieb für die absehbare Zukunft finanzieren zu können“, erklärte das Management des Lada-Herstellers am Freitag. Avtovaz hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 73,85 Milliarden Rubel (etwa 839 Millionen Euro) erlitten, fast das Dreifache des Vorjahreswerts. Allerdings habe man auch den Marktanteil auf dem Heimatmarkt auf 18 Prozent von 16,4 Prozent steigern können.

Renault hält die Hälfte der Aktien in Avtovaz' Holding-Gesellschaft, Nissan etwa 17 Prozent und der russische Staatskonzern Rostec knapp 33 Prozent. Die Regierung in Moskau hat Avtovaz in der Vergangenheit unterstützt. So sorgte Präsident Wladimir Putin während der Finanzkrise 2008 dafür, dass der Konzern sich mit einem Kredit über Wasser halten konnte. Putin selbst fährt einen Lada-Jeep und hat das Fahrzeug wiederholt öffentlich angepriesen.

Diese Autobauer investieren am meisten
Platz 15: Kia
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Ob neue Montagehallen oder Labors: Die Autoindustrie hat ihre Investitionen in den vergangenen Jahren zufolge deutlich hochgeschraubt. 51,9 Milliarden Euro haben die 16 größten Autohersteller der Welt in Fabriken, Forschungszentren und andere Bereiche gesteckt – gut 45 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010. Das sind die Ergebnisse des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY). Dabei gehören Kia, Mazda (Platz 16) und Mitsubishi (Platz 14) zu den Schlusslichtern. Die Autobauer haben 2015 keine Investitionen getätigt.

Quelle: EY-Studie

Platz 13: Suzuki
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Grund für die höheren Anstrengungen ist die weltweit brummende Autokonjunktur – der Markt wird größer, also strengen sich die Firmen an, um mehr abzubekommenden vom größeren Absatz-Kuchen. Suzuki hat im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro in Projekte investiert. Insgesamt waren es 180 Investitionsprojekte.

Platz 12: Renault Group
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Von 2010 bis 2015 gingen die Investitionen Schritt um Schritt nach oben – zuletzt lag das Plus 2015 bei fast 50 Prozent. Einzig 2013 gab es ein Minus. Die französische Renault Group hat 500 Millionen Euro in Projekte gesteckt.

Platz 11: BMW Group
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Einer der Hauptprofiteure des weltweiten Investitionsbooms ist Deutschland: Seit 2010 wurden in Deutschland insgesamt 139 Investitionsprojekte im Gesamtwert von 20,7 Milliarden Euro durchgeführt – allein im vergangenen Jahr belief sich das Investitionsvolumen in Deutschland auf zwölf Milliarden Euro. 600 Millionen Euro kommen von BMW.

Platz 10: PSA Group
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700 Millionen Euro hat die PSA Group im vergangen Jahr ausgegeben. „Die Unternehmen haben jetzt das Geld, um langfristige Investitionen zu tätigen“, sagt Studienautor Peter Fuß.

Platz 9: Honda
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Mit Investitionen in neue Modelle und Produktionsverfahren will Honda jährlich mehr Autos verkaufen. 1,1 Milliarden Euro war das dem japanischen Konzern vergangenes Jahr wert.

Platz 8: Nissan
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Der Nissan Leaf ist das bisher weltweit meist verkaufte Elektroauto. Auch in Zukunft will der Konzern in dieser Sparte führend bleiben. Diese und andere Projekte kosteten den Autobauer im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr will Nissan 35 Millionen Euro in sein Elektroauto-Batteriewerk investieren.

Nach Jahren mit Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent, sind die Auto-Verkäufe in Russland wegen des Währungsverfalls eingebrochen. Dem Land machen die Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise sowie der Einbruch des Ölpreises zu schaffen. Opel etwa hat sich wegen der Krise aus Russland zurückgezogen.

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