Babyfon-Affäre
Lauschangriff auf Wiedeking bleibt ungeklärt

Die Affäre um einen mutmaßlichen Lauschangriff auf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking per Babyfon bleibt unaufgeklärt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein - und machte dem Sportwagenbauer erneut Vorwürfe.

HB HAMBURG. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig stellte die Ermittlungen ein, wie sie am Donnerstag mitteilte, weil sich kein hinreichender Tatverdacht gegen konkrete Personen ergeben habe. Die Ermittler warfen dem Sportwagenbauer erneut vor, die Lauschattacke erst fünf Monate nach ihrer Entdeckung angezeigt zu haben. Dadurch sei wichtige Zeit verstrichen, in der der oder die Täter Spuren hätten verwischen können.

Porsche hatte im April wegen Verletzung der Vertraulichkeit Anzeige gegen Unbekannt erstattet. In Wiedekings Zimmer im Hotel Ritz Carlton auf dem Wolfsburger VW-Werksgelände war ein Babyfon entdeckt worden. Sicherheitsleute hatte das eingeschaltete Babyfon entfernt, bevor der Porsche-Chef ins Zimmer kam.

Die erste Vermutung war, dass eine Familie mit Kind das Gerät liegengelassen haben könnte. Eine Überprüfung der Belegung der Suite hatte jedoch ergeben, dass in dem Zimmer über Wochen hinweg keine Familie übernachtet hatte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Babyfon vor dem 15. November absichtlich in Wiedekings Suite platziert wurde. Dafür spreche die Art und Weise, wie das Gerät dort positioniert gewesen sei und die Tatsache, dass sich darauf keinerlei Fingerabdrücke befunden hätten. Ferner sei die Herstellerbezeichnung und die Chargennummer abgekratzt gewesen. Am 16. November 2007 war die Strategie von Europas größtem Autobauer für die nächsten Jahre Thema im VW-Aufsichtsrat. Porsche ist größter VW-Aktionär.

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