Baden-Württemberg gibt nach
Kapitalspritze für EnBW

Die baden-württembergische Landesregierung will dem Energiekonzern EnBW nun doch eine Kapitalspritze gewähren. Das sagten Regierungsvertreter nach einer Aufsichtsratssitzung. Es geht um eine beachtliche Summe.
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StuttgartDer Weg für die dringend benötigte Kapitalerhöhung bei Deutschlands drittgrößtem Versorger EnBW ist frei. Nach dem am Dienstag angekündigten Rückzug von Vorstandschef Hans-Peter Villis ist Großaktionär Baden-Württemberg nun bereit, mit dem zweiten Großeigner, dem Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW), an einem Strang ziehen und frisches Geld beizusteuern, wie die Landesregierung am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Die grün-rote Regierung werde darüber mit dem Landtag Gespräche aufnehmen, das Parlament müsse letztlich die Finanzmittel freigeben, sagte Staatsministerin Silke Krebs. „Durch die Kapitalspritze machen wir die anstehenden Schritte hin zu struktureller Stabilisierung und Investitionen in die Energiewende möglich“, sagte die Grünen-Politikerin und EnBW-Aufsichtsrätin. Ob frisches Geld tatsächlich in der geforderten Höhe fließen soll, wurde zunächst nicht bekannt.

Der Versorger EnBW ist durch die politisch verordnete Zwangsabschaltung von zwei seiner vier Atomreaktoren nach der Nuklearkatastrophe in Japan im März in finanziell in die Klemme geraten und schreibt rote Zahlen. Auch Abwertungen von Firmenbeteiligungen belasten das Ergebnis. Der als lautstarker Atomkraft-Befürworter bei der Landesregierung in Ungnade gefallene Vorstandschef Villis hatte daher im Sommer einen Kapitalbedarf über rund 800 Millionen Euro angemeldet und warf am Dienstag nach monatelangen Querelen mit der Landesregierung das Handtuch. Der 53-Jährige will seinen im Herbst kommenden Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern, womit er seinem möglichem Rauswurf zuvor kam. Villis hatte zudem einen Stellenabbau angekündigt, um dem Unternehmen finanziell Luft zu verschaffen. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Die wie das Land mit gut 46,5 Prozent an EnBW beteiligten OEW hatte dem Versorger bereits das nötige Kapital zugesagt und wollte die Mittel notfalls auch im Alleingang beisteuern. Dann wäre die paritätische Beteiligung der beiden Großaktionäre ins Rutschen gekommen, die Landesregierung stand somit unter Zugzwang. Der von CDU-Politikern dominierte Verband OEW stand bis zuletzt hinter Villis, auch von den Arbeitnehmern hatte der 2007 von einer Eon-Tochter zu EnBW nach Karlsruhe gewechselte Manager Rückendeckung.

Dem Vernehmen nach hatte sich das Land bereiterklärt, im Gegenzug für den Rückzug von Villis einer Kapitalerhöhung zuzustimmen.

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