Baden-Württemberg
IG Metall kündigt Warnstreiks an

Die Tarifverhandlungen für die Metallindustrie im Südwesten sind vertagt. Die von den Arbeitgebern gebotene Entgelterhöhung von drei Prozent bezeichnet die IG Metall als „Provokation“. Warnstreiks sollen bald folgen.
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BöblingenOhne Annäherung ist die dritte Tarifrunde für die 800 000 Metallbeschäftigten im Südwesten am Donnerstag zu Ende gegangen. Nach mehr als zweistündigen Gesprächen in Böblingen vertagten sich IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall auf den 8. Mai. Die Arbeitgeber hatten das bereits in Nordrhein-Westfalen vorgelegte Angebot auch im Südwesten präsentiert.

Die darin vorgesehene Entgelterhöhung von drei Prozent auf 14 Monate und das fehlende Entgegenkommen bei den qualitativen Forderungen der IG Metall wertete deren Landeschef Jörg Hofmann als „Provokation“. Ohne ein Ergebnis vor Pfingsten werde die IG Metall als „ultima ratio“ einen Arbeitskampf ernsthaft in Betracht ziehen. Arbeitgeberchef Rainer Dulger sprach von einem „fairen Lösungspaket“.

Die IG Metall kündigte jedoch Warnstreiks nach dem 1. Mai an. Nach Ablauf der Friedenspflicht am 28. April sei mit massiven Protesten der 3,6 Millionen Beschäftigten zu rechnen, sagte Hofmann. Beide Tarifpartner wollen sich am 8. Mai in Sindelfingen zur vierten Tarifrunde treffen. Bis dahin soll auf Arbeitsebene weiterverhandelt werden. In Baden-Württemberg gab es bereits zahlreiche Pilotabschlüsse, die von anderen Bezirken weitgehend übernommen wurden.

Zuvor hatte die IG Metall die Offerte der Arbeitgeber bereits für die Tarifgebiete Bayern und Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen) als „Mogelpackung“ abgelehnt. Auch hier hatten die regionalen Arbeitgeberverbände das bereits am Mittwoch in Düsseldorf vorgelegte Angebot wiederholt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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