Baden-Württemberg Unternehmer warnen Grüne vor scharfen Schnitten

Viele Unternehmer Baden-Württembergs finden die Grünen „einfach schrecklich“, so wie Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Nun müssen sie sich dennoch auf einen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann einstellen.
Update: 28.03.2011 - 17:33 Uhr 24 Kommentare
Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller findet die Grünen „einfach nur schrecklich“. Quelle: dpa

Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller findet die Grünen „einfach nur schrecklich“.

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Stuttgart/DüsseldorfWenn es in der Politik eng wird, stehen Baden-Württembergs Unternehmer eng zusammen - und dicht an der CDU. Wohl selten zuvor hatten es namhafte Unternehmer des Landes nötig, kurz vor der Wahl noch Anzeigen zu schalten mit der Forderung an die Mitbürger "Ja zu Stefan Mappus und der CDU". Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller unterzeichnete den Aufruf ebenso wie Tunnelbauer Martin Herrenknecht, Voiths Ex-Chef Michael Rogowski oder Europapark-Besitzer Roland Mack. Zwar hält sich auch in den Reihen der Unternehmer und vor allem in den Vorstandsriegen der Großkonzerne die Begeisterung für Ministerpräsident Mappus in Grenzen, aber hinter der Partei stehen die meisten Unternehmer im Ländle uneingeschränkt.

Der Wahlausgang ist für die Unterzeichner der Anzeige eine Katastrophe. Nach früheren Äußerungen findet Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller die Grünen "einfach nur schrecklich". Für den rustikalen Tunnelbauer Martin Herrenknecht sind die Grünen schlicht "Weicheier". Der Chef der Stiftung Familienunternehmen Brun Hagen Hennerkes befürchtet, dass das Land unter Rot-Grün auf Dauer seine heutige Wirtschaftskraft nicht halten kann. Es wird schwer für die meisten Baden-Württembergischen Unternehmer sich mit dem grün-roten Wahlsieg anzufreunden. Die Unternehmen sind mit der CDU-Regierung mehr als ein halbes Jahrhundert gut gefahren. Rot-Grün ist für die überwiegend konservativen Unternehmenslenker ein Experiment, das sie nicht eingehen wollten.

Dafür gibt es handfeste Gründe. Mit Rot-Grün fürchtet die Industrie unter anderem steigende Energiepreise. Nachdem die Preise zu Jahresbeginn um 10 Prozent gestiegen waren, hat Daimler der EnBW als Stromlieferant schon den Rücken gekehrt. Beim geplanten Politikwechsel mit forciertem Atomausstieg und Ersatz durch zunächst teurere alternative Stromerzeugung würden die Firmen wohl scharenweise dem Vorbild des größten Konzerns des Landes folgen.

Der Präsident des Landesverbandes der baden-württembergischen Industrie (LVI), Hans-Eberhard Koch, plädierte im Interview mit Handelsblatt Online beim verstärkten Umstieg auf alternative Energien "mit Augenmaß vorzugehen" und "nichts zu überstürzen". Baden-Württemberg sei mit einem Industrieanteil von 34 Prozent Deutschlands Industrieland Nummer eins und deshalb besonders auf Versorgungssicherheit und erschwingliche Energiepreise angewiesen.

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24 Kommentare zu "Baden-Württemberg: Unternehmer warnen Grüne vor scharfen Schnitten"

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  • Die im Ländle werden sich noch wundern, vor allem die Unternehmer.Denn wie kann man glauben, dass duch die Wahl der Ökos und Kommunisten alles besser wird. Dieses Bundesland ist durch gute Unternehmen und eine gute Wirtschaftspolitk wohlhabend geworden. Das wird die "Nein"-Sager Partei nich schaffen. Man braucht sich ja nur mal die Rot-Grün-geführten Länder anschauen, schlechte Wirtschafts- und Bildungspolitik.

  • Ich finde es anmaßend von Unternehmern so Klar Stellung für eine Partei zu beziehen.Die Verfilzung von Politik und Wirtschaft ist unerträglich geworden.

  • Wenn die Unternehmer sich ein bisschen mehr um die Sorgen der Menschen kümmern würden und nicht nur ihre Gewinnmaximierung im Kopf hätten, dann wären die Grünen auch nicht an die Macht gekommen. Die Unternehmer, die jetzt jammern, sehen ihre Gewinne davonschwimmen. Diese Unternehmer (größtenteils Multimillionäre, die den Bezug zum tatsächlichen Energiepreis verloren haben) sind einfach nur ganz ganz dumme Menschen. Ihren Reichtum verdanken sie größtenteils nur ihren Eltern oder Großeltern. Wenn ihr den Menschen nichts mehr lasst, werden sie euch bald alles nehmen. Ihr habt es übertrieben! Niemand schaut mit Stolz auf euren Erfolg, weil er nicht auf Ehrlichkeit basiert, sondern auf Korruption und Kungelei mit der Politik.

  • Was regt da so auf? Es wird alles halb so heiss gegessen wie gekocht. Im schönen Bad Homburg vor der Höhe, Kurort und nicht gerade arm, gibt es seit einiger Zeit auch einen Grünen OB, weil die CDU versagte. Es läuft alles prima. Es wurde doch Grün in Stuttgart gewählt, damit ist noch lange nicht die nächste Bundestagswahl programmiert! Und in vier Jahren könnte ihr ja neu wählen.

  • LOL, Energieelite (neuer Nickname?), lesen sie sich ihr selbst geposteten Texte mal durch, um zu kapieren wie das mit dem Strompreis läuft. 32 Euro/MW im Janauar, 43 Euro "heute". Wer mir jetzt noch erzählen will, 50% Steigerung sind durch die EE bedingt, lache ich mich kaputt.

  • Bin auch Unternehmer im Ländle und mir stinkt es masslos, dass vom Filz gedeckelt bei den IHK Wahlen nicht einmal die Anzahlt der Stimmen der Kandidaten oder die Wahlbeteiligung bekannt gegeben werden muß. Die Beteiligung liegt halt vermutlich bei ca. 5% und das nennt der Filz demokratisch legitimiert. Dafür macht sich die Kammer für alle Unionsthemen stark.

  • Zunehmende Unternehmensfeindlichkeit in D ...

    ... und der Glaube and die Gruenen Maerchenstunden von einer Welt mit nur alternativen Energien und armen, aber gluecklichen Menschen, wird auf verschiedene Entwicklung hinaus laufen:

    - da in D hauptsaechlich alternative Energien gefoerdert werden, muss Energie, vor allem auch Kernenergie, verstaerkt aus dem Ausland eingekauft werden. Sonst laesst sich der Energiebedarf in D nicht decken. Diese Ausgaben werden nicht als Unternehmenssteuern dem deutschen Buerger zu Gute kommen. Alternative - nur 6h Strom pro Tag darf jeder Haushalt maximal verbrauchen, sonst gibts Strafen.

    - Benzin- und Strompreise sind anscheinend den Buergern in D zu billig. Sonst haetten sie ja nicht die Gruenen gewaehlt. Denn diese Preise werden vermutlich jetzt steigen. Man wird wieder nach F, PL, SW zum Tanken und Einkaufen fahren.

    - D wird sich weiter in der EU isolieren. Ist ja auch gut so. Schliesslich ist D ja das Maß aller Dinge

    Einzige Loesung - wir werden alle Beamte und Lehrer. Dann wird alles gruen und gut.

  • Filz?

    Nach fast 60 Jahren Monokultur durch eine Partei, wie gross ist der Filz zwischen CDU und den Unternehmern? Treibt die Angst vor Steuerprüfung die Wirtschaftselite in BW um, oder warum sind die Grünen so schrecklich.
    Die ganzen kleinen und grösseren Beamten mit ihrem CDU Parteibuch werden es der neuen Regierung schon so schwer als möglich machen. Wenn sich Wirtschaft und der alte CDU Kader zusammenschliessen können sie prima Grün-Rot torpedieren. Am Ende "beweisen" die alten Seilschaften sogar das die "neuen" Parteien garnicht BW regieren können. Und über den selbst verursachten Schaden werden Beamte und Unternehmer kräftige Krokodilstränen weinen.
    Für die anderen Bundesländer bedeutet eine Selbstzerfleischung in BW einen mühelosen Aufstieg im Ranking.

  • Tja, liebe Unternehmer glaubt ihr wirklich daran, dass sich die Grünen (mit einem Ex-Kommunisten) und Roten von Euch einschüchtern lassen? Nie im Leben! Kommt alle nach Bayern! Gleich neben Eurem Ländle gibt es eine Welt die noch in Ordnung ist und auch bleibt. Ihr sein alle herzlich willkommen!!!

  • Ein Grund mehr, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

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