BAE Systems: Wikileaks deutet auf Bestechung in Riad

BAE Systems
Wikileaks deutet auf Bestechung in Riad

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LondonBei Aufträgen für BAE Systems aus Saudi-Arabien soll es nicht korrekt zugegangen sein.

Der Rüstungskonzern BAE Systems hat laut von Wikileaks veröffentlichten Unterlagen Vertreter Saudi-Arabiens bestochen, um an lukrative Aufträge zu kommen. Die britische Antibetrugsbehörde (SFO) habe bei einem nicht öffentlichen Treffen der OECD in Paris im Jahr 2007 von Beweisen gesprochen, wonach BAE im Zusammenhang mit Verträgen über Kampfjets mehr als 70 Millionen Pfund (80,9 Millionen Euro) an einen einflussreichen saudiarabischen Prinzen gezahlt habe, heißt es in einer Depesche der US-Botschaft in Paris. Die Depesche stammt von März 2007 und wurde am Freitag von Wikileaks veröffentlicht.

Die damalige stellvertretende SFO-Leiterin Helen Garlick habe bei dem Treffen von weiteren beträchtlichen Zahlungen berichtet, die an einen nicht genannten ranghohen Vertreter Saudi-Arabiens und an von der saudiarabischen Regierung angestellte ausländische Auftragnehmer gegangen seien, heißt es weiter. Außerdem berichtete die SFO dem Dokument zufolge von falschen Angaben des britischen Konzerns, mit denen die Korruptionsgeschäfte vertuscht werden sollten.

BAE wies den Inhalt der Depesche am Sonntag nicht ausdrücklich zurück. Bislang seien keine Vorwürfe wegen Bestechung oder Korruption gegen den Konzern vorgebracht worden, hieß es in einer Erklärung.

Die SFO begann bereits in den 1980er Jahren mit einer Überprüfung der Verträge des Rüstungsunternehmens. Unter anderem ging es dabei um Vorwürfe der Bestechung wegen Abkommen mit Saudi-Arabien. Die Ermittlungen wurden 2006 wegen Einwänden aus Riad eingestellt.

Ein Mitglied der britischen Delegation bei dem Treffen in Paris erklärte der Wikileaks-Depesche zufolge, Grund für das Ende der Überprüfung sei die Tatsache gewesen, dass Großbritannien sich ein Ende der Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien nicht leisten konnte. Riad war eine entscheidende Quelle für Geheimdienstinformationen über das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Im vergangenen Jahr zahlte BAE Geldstrafen von insgesamt rund 450 Millionen Dollar (323,6 Millionen Euro) in Großbritannien und den USA, um eine langjährige Untersuchung wegen Korruptionsvorwürfen zu beenden.

dapd

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