BAE will sich trennen
EADS hat Geld für Airbus-Kauf beiseite gelegt

Zum Wochenanfang hatte BAE Systems noch dementiert, seinen Minderheitsanteil am europäischen Flugzeughersteller Airbus verkaufen zu wollen. Zum Wochenende machte der britische Rüstungskonzern das geplante Geschäft dann doch offiziell. Bevorzugter Käufer ist Airbus-Haupteigner EADS. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat bereits vorgesorgt.

HB LONDON. „Die Gespräche darüber befinden sich in einem frühen Stadium. Weitere Mitteilungen wird es geben, wenn es angemessen ist“, teilte BAE am Freitag mit. Der BAE-Anteil solle für mehr als 3 Mrd. Pfund (rund 4,3 Mrd. Euro) veräußert werden, hatte die BBC bereits am Donnerstagabend auf ihrer Website berichtet. Sie berief sich dabei auf nicht näher beschriebene Kreise. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf wolle BAE das Rüstungsgeschäft in den USA ausbauen. Eine BAE-Sprecherin wollte zunächst keine Stellung nehmen, bestätigte am Freitagmorgen jedoch Verkaufsgespräche.

EADS hat in der Bilanz bereits eine Rückstellung für den Erwerb des BAE-Anteils gebildet. Sie beläuft sich auf 3,5 Mrd. Euro, also weniger als die von der BBC genannte Verkaufssumme. Das heiße aber nicht zwingend, dass dies auch der Kaufpreis werde; dieser sei Gegenstand der Verhandlungen, sagte ein EADS-Sprecher dann auch.

20 Prozent an Airbus liegen bei BAE, die restlichen 80 Prozent beim europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen EADS. Das britische Unternehmen hat eine Option, den Airbus-Anteil an EADS zu verkaufen. Ein EADS-Sprecher sagte, industriell würde sich durch eine Aufstockung der Anteile nichts ändern, auch für die britischen Standorte ergäben sich keine Auswirkungen. „Die Fabriken sind schon Airbus-Fabriken“, sagte er. Bereits bei der Bilanzvorlage hätten die EADS-Chefs angedeutet, dass der Konzern nicht abgeneigt sei, diese Option anzunehmen, sagte der Sprecher weiter. Der Zeitpunkt des Verkaufs habe habe allerdings überrascht.

Die Verkaufsentscheidung von BAE soll keine Arbeitsplätze kosten, versicherte der britische Konzern. Das Unternehmen wolle sich schlicht auf das Kerngeschäft Rüstungsgüter und Raumfahrt konzentrieren. Auch für die anderen BAE-Geschäftsbereiche ergäben sich keine Folgen aus einer Transaktion.

Anfang dieser Woche hatte BAE Systems noch einem Pressebericht widersprochen und mitgeteilt, das Unternehmen plane zunächst keinen Verkauf seines Anteils am Flugzeughersteller Airbus. Der „Daily Telegraph“ hatte berichtet, BAE Systems wolle in den kommenden Monaten eine Entscheidung zu dem Verkauf treffen.

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