Bafin ist "hellhörig" geworden
Aufseher nehmen Bayer und Merck ins Visier

Bayer und Merck sind nach ihrer Einigung im Poker um Schering laut einem Zeitungsbericht ins Visier der Behörden geraten.

HB FRANKFURT. Anlass sei das Eingeständnis der beiden Unternehmen, sich nicht nur über die bei Merck liegenden Schering-Aktien, sondern zusätzlich noch über die Prüfung von Kooperationsmöglichkeiten verständigt zu haben.

"Wir prüfen den Vorgang", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" eine Sprecherin des Bundeskartellamtes. Hintergrund sei, dass bei der Einigung auch den Wettbewerb beschränkende Absprachen getroffen worden sein könnten. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sei hellhörig geworden, meldete die Zeitung. Die Bafin müsse überwachen, dass die anderen Schering-Aktionäre nicht durch die Absprache der beiden Konzerne benachteiligt würden.

"Wir gehen davon aus, dass dies zu den normalen Aufgaben der Behörden gehört", sagte ein Bayer-Sprecher am Sonntag.

Merck hatte mit dem Verkauf seines Schering-Anteils für 3,7 Milliarden Euro an Bayer den spektakulärsten Übernahmekampf in der deutschen Industriegeschichte am Mittwoch beendet. Aus dem Verkauf erzielt Merck nach eigenen Angaben einen Gewinn von 400 Millionen Euro. Merck und Bayer hatten mit ihrer Einigung außerdem die Prüfung von Kooperationen angekündigt, dazu aber keine konkreten Angaben gemacht.

In hier zu Lande noch nie da gewesener Form war Merck, die selbst Schering kaufen wollte und damit aber beim Berliner Management abgeblitzt war, zu Bayer auf Konfrontationskurs gegangen. Die Firma kaufte massiv Schering-Aktien und war nur hauchdünn von der Sperrminorität von 25 Prozent entfernt. Das Überschreiten dieser Marke hätte die größte Übernahme in der Bayer-Firmengeschichte verhindert. Bayer bot den Schering-Aktionären zunächst 86 Euro je Aktie. Nach der Einigung mit Merck sollen nun alle Aktionäre 89 Euro je Papier erhalten.

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