Bahn und Co. zahlen ihre Rechnungen nach einer Studie viel zu spät
Öffentliche Hand treibt Baufirmen in die Pleite

Die schlechte Zahlungsmoral vor allem öffentlicher Auftraggeber treibt immer mehr Bauunternehmen in den Bankrott, so eine Studie. Am langsamsten im Bezahlen von Rechnungen sei die Bahn.

HB BERLIN. Nach der am Freitag in Berlin vorgestellten Zahlungsmoralstudie des Verbandes der Bauindustrie begleicht der Bund Rechnungen für Bauaufträge im Schnitt erst nach 82 Tagen, die Bundesländer nach 80 Tagen. „Es ist nicht hinnehmbar, das öffentliche Auftraggeber seit Jahren Baufirmen bei der Begleichung von Rechnungen immer wieder hinhalten“, sagte der Geschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Michael Knipper.

Die schlechteste Zahlungsmoral weise die Deutsche Bahn AG auf. So mussten laut der Studie Bauunternehmen durchschnittlich 99 Tage auf Geld von der Bahn warten. Bauunternehmen müssten dann für Materialeinkäufe selbst Kredite aufnehmen. Dieser erzwungene Lieferantenkredit sei vor allem für mittelständische Bauunternehmen des Eisenbahn-Oberbaus ein gravierendes Problem, da sie nahezu vollständig auf die Deutsche Bahn AG als Auftraggeber angewiesen seien. „Hier spielt ein Monopolist seine ganze Marktmacht aus“, sagte Knipper.

Im Vergleich zur Untersuchung der Zahlungsmoral im Jahr 2001 habe sich das Zahlungsverhalten der öffentlichen Hand leicht verbessert. Im Schnitt werden die offenen Rechnungen rund eine Woche eher als noch vor drei Jahren gezahlt. Ziel müsse eine Zahlung nach 46 Tagen sein. Private Auftraggeber seien mit nur 47 Tagen Wartezeit bis zur Schlussrechnung da wesentlich verlässlicher. Für die Untersuchung wurden 565 Firmen der Bauindustrie befragt.

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