Bahnindustrie
Alstom hat keine Angst vor der Krise

Keine Bange, wir sind gut gerüstet - so lautet offenbar das Motto von Alstom. Der französische Bahntechnikhersteller kann sich nämlich über einen kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung freuen.

PARIS. Trotz Wirtschaftskrise denkt der französische Alstom-Konzern an Zukäufe. „Wenn Areva sein Geschäft mit Hochspannungsleitungen verkaufen will, sind wir gewiss interessiert“, sagte gestern Alstom-Chef Patrick Kron bei der Vorstellung der Jahresergebnissen des Geschäftsjahr 2008/2009 (31. März). Finanziell kann sich der Hersteller von TGV-Schnellzügen und Kraftwerksturbinen Expansionsgelüste leisten: Das Unternehmen hat rund zwei Mrd. Euro Barmittel, der Cash-Zufluss blieb mit 1,5 Mrd. Euro auf hohem Niveau.

Dagegen hat die französische Nuklear-Holding Areva Geldsorgen. Daher drängt der Staat als Großaktionär darauf, das rentable Geschäft mit Hochspannungsleitungen (Areva T & D) zu verkaufen. Ironie der Geschichte: 2004 hatte Areva die Sparte ebenfalls auf Druck des Staates von Alstom für rund 900 Mio. Euro übernommen, um dem damals maladen Industriekonzern dringend benötigte Barmittel zuzuschanzen.

Die aktuelle Wirtschaftskrise hat bei Alstom bisher kaum Spuren hinterlassen: Der Gewinn stieg um 30 Prozent, zudem kletterte der Auftragseingang um fünf Prozent. Analysten lobten das Zahlenwerk als solide, die Aktie gab dennoch fast drei Prozent nach, nachdem sie im Vorfeld der Veröffentlichung zulegt hatte.

Kron stellt sich aber auf magere Zeiten ein. „Im Bereich Kraftwerksausrüstung rechnen wir mit einem Rückgang der Nachfrage um rund 30 Prozent gemessen am langfristigen Schnitt.“ Im vierten Quartal war der Auftragseingang bereits 16 Prozent rückläufig. Zwischen Januar und Ende März schwächelte aber vor allem das Transport-Geschäft (U- und S-Bahnen, Schnellzüge), die zyklischere Power-Sparte (Turbinen und Kraftwerksequipment) dagegen nicht. Daher werten die Analysten von Merrill Lynch diese Ergebnisse des Jahresanfangs nicht als Trend.

Seite 1:

Alstom hat keine Angst vor der Krise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%