Bahnindustrie
Asiaten rollen den Markt für Züge auf

Der Verkauf von Bahntechnik boomt. Doch Platzhirsche wie Siemens, Alstom und Bombardier machen das Geschäft längst nicht mehr nur noch unter sich aus. Neue Spieler drängen in die Weltmärkte - allen voran chinesische Megakonzerne.
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DÜSSELDORF. Wenn Manager der europäischen Bahnindustrie in das Konjunkturprogramm der US-Regierung blicken, frohlocken sie: Über 1 000 Kilometer Hochgeschwindigkeitsstrecken sollen in den USA gebaut werden, es werden schnelle Triebzüge und Hundertschaften von Loks und Nahverkehrszügen gebraucht, zudem moderne Infrastruktur von der Stromversorgung bis zur Signaltechnik.

Grund zu grenzenloser Freude hat die Branche aber nicht. Denn die Zeiten sind vorbei, in denen die großen drei Bahntechnik-Anbieter aus Europa den Wettbewerb um Großaufträge in der Welt unter sich ausmachten: Alstom, Bombardier und Siemens sind längst nicht mehr allein. Neue Spieler drängen in die Weltmärkte - allen voran chinesische Megakonzerne.

Das zeigt sich deutlich auf der am Dienstag beginnenden Leitmesse der Bahnindustrie "Innotrans", die im Zwei-Jahres-Turnus in Berlin stattfindet. Zwar gehörten namhafte asiatische Bahn-Zulieferer schon auf den Schauen der letzten Jahre zu den Ausstellern, doch sie führten eher ein Exoten-Dasein am Rande. In diesem Jahr hat sich die Zahl chinesischer Aussteller auf 44 verdreifacht.

Deutsche verdienen in China gut

Unter ihnen ist der Mega CNR Corporation, -Bahntechnik-Konzern der seinen Messestand als "sehr gute Plattform zur Verbreitung des Images und zum Abschluss von Geschäften" sieht. Für die Zhuzhou Times New Material Technology ist der Auftritt in Berlin "ein Muss in unserer Strategie zur Erschließung neuer Märkte".

Die Chancen dafür stehen gut. "In den nächsten fünf Jahren wird es eine deutliche Verschiebung des internationalen Marktgefüges zugunsten der asiatischen Player geben", erwartet Maria Leenen, Geschäftsführerin der auf den Verkehrsmarkt spezialisierten Beratungsgesellschaft SCI. In ihrer neuen Studie zum Weltmarkt der Bahntechnik haben die Berater das aktuelle Marktvolumen der Bahnindustrie auf rund 130 Mrd. Euro veranschlagt. Sie erwarten, dass die Orders bis 2015 auf 160 Mrd. Euro steigen.

Das Land mit den absolut höchsten Investitionen ist erstmals die Volksrepublik China. Die deutschen Industrie verdient am Geschäft in China bislang gut: Vossloh an der Schienenbefestigung, Knorr an der Lieferung von Bremsen und Siemens sowie Bombardier am Bau von Metro - und Hochgeschwindigkeitszügen.

Chinesische Bahntechnikkonzerne wie CSR oder CNR forcieren mit dem starken Heimatmarkt im Rücken ihre Expansion. CNR nennt rund zwei Dutzend Länder als Referenz für gelieferte Bahntechnik - von Australien über Brasilien und Kanada bis Vietnam.

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  • bahnsicherheit in Deutschland: unsere high speed unternehmen und deren betreiber: Der Transrapid unfall vor ein paar Jahren war ein vermeidbarer bahnunfall, weil einfachste Sicherheitstechniken nicht eingebaut wurden. Die Transrapidstrecke wurde damals erst mal stillgelegt.

    Und so läuft es quer beet. Die Deutschen sind obwohl sie alles haben und geld keine Rolle spielt, aufgrund von Machtansprüchen und Elitedenken und dem zugehörigen Unterschichtdenken in der Umsetzung dieses Denkens welches durch Leih- und Zeitarbeit repräsentiert und von der Regierung gesetzlich gefördert und gewollt wird, nicht in der Lage oder anderst ausgedrückt, es ist denen egal wieviele Unfälle passieren.
    Das ganze Problem wird auch noch mit bildungsfernen Schichten argumentiert und bildungspolitik.

    Das mit solchen diskriminierenden Arbeitsmethoden keine Weltmarktstellung gehalten werden kann, wen wundert es?

  • Eben vor allen Dingen fehlen die Fachkräfte die man systematisch vernichtet hat in Deutschland.

    Jetzt sitzen sie auf ihrer Spitzentechnologie und es bald ist niemand da der es machen kann, ausser auf Papier ausgedruckt.

    Lean management in Deutschland, die deutsche Arbeitskraft jedoch existiert nicht mehr.

    Mariana Mayer, vor 6 Jahren wurde mein berufsleben systematisch vernichtet in Deutschland weil hochsicherheitskritische Systeme in Deutschland in Leiharbeit betrieben werden. Konsortium von Siemens und Alcatel SEL.
    Das ist kein demografisches Problem sondern Arbeitskraft wird lediglich heruntergewirtschaftet und ausgebeutet in Deutschland durch die Leiharbeit. Die Leute anschließend in Hartz4 getrieben. Hinzu kommt: Frauen, erst recht nicht Frauen mit kleinen Kindern, sind nicht erwünscht in technischen berufen und müssen sich den Zahlreichen Attacken, Ausgrenzungen und Diskriminierungen der Umgebung in den betrieben aussetzen. Das ganze wird frecherweise auch noch als Ausbildung bezeichnet.
    Es erfolgt keine Einarbeitung und Weiterbildung nichts.
    Sittenwidriges Anstarren, Niederschreien von Frauen, , Lohndiskriminierung von 60 % , das Gehalt wird nicht richtig ausgezahlt und korrekt Steuer- und Sozialversicherung abgeführt, hinter dem Rücken werden jahrelang intrigen und falsche Aussagen aufgebaut, anschließend Gelächter ...
    So werden die Leute systematisch fertiggemacht in der deutschen industrie von deutsche nund ihrer deutschen Leiharbeitsunternehmen.
    Gewalt gegen Frauen ist beliebter Freizietsport und dann wundern sie sich wenn bei solchen Arbeitsmethoden auf einmal Fachkräfte fehlen.
    Auch Alstom setzte auf Zeitarbeit.

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