Bahntechnik-Spezialist
Vossloh zieht es in die weite Welt

Der deutsche Bahntechnik-Spezialist Vossloh errichtet gerade Produktionsstätten in China und Russland. 2010 soll wieder ein Rekordjahr werden, der Konzernumsatz soll um gut elf Prozent auf 1,35 Milliarden Euro wachsen.
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DÜSSELDORF. Den deutschen Bahntechnikkonzern Vossloh, der seinen Stammsitz im südwestfälischen Werdohl hat, aber mit mehr als 5 000 Mitarbeitern in 70 Gesellschaften international tätig ist, zieht es in die weite Welt. "Im Jahr 2007 haben wir lediglich 15 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Westeuropas gemacht, 2011 werden es bereits über 40 Prozent sein", sagte Technikvorstand Norbert Schiedeck dem Handelsblatt.

Die deutsche Bahnindustrie hat einen Exportanteil von 60 Prozent. Vossloh erziele sogar nur zehn Prozent seines Umsatzes noch in Deutschland, sagte Schiedeck. Die Deutsche Bahn, die vor allem für die großen Anbieter Bombardier, Siemens und Alstom größter Kunde ist, sei nur mit etwa drei Prozent am Umsatz von Vossloh beteiligt. "Wir machen inzwischen mehr Umsatz in China als in Deutschland."

In diesem Jahr werde der Konzernumsatz um gut elf Prozent auf 1,35 Milliarden Euro wachsen, kündigte Vorstandschef Werner Andree gestern in Düsseldorf an. 2010 werde wieder ein Rekordjahr - bis zum nächsten: "Wir planen jetzt ein Rekordjahr nach dem anderen."

Neues Weichenwerk in Nanjing

In den Zukunftsmärkten China und Russland verstärkt Vossloh die Präsenz. Bei Nanjing baut der Konzern ein Weichenwerk, gemeinsam mit zwei chinesischen Firmen. "Die unternehmerische Führung liegt bei uns", betonte Schiedeck. Vossloh halte bei dem 30-Millionen-Investment 50 Prozent. Das Werk werde für eine Kapazität von 2 600 Weichen pro Jahr ausgelegt. Schienenbefestigungen - das allererste Bahntechnik-Produkt, das seit dem 19. Jahrhundert produziert wird -, fertigt Vossloh schon länger in China.

Obwohl eine aktuelle Studie des internationalen Bahn-Industrieverbandes Unife ein Abflauen der Nachfrage nach Bahntechnik in China nach Fertigstellung der Hochgeschwindigkeitslinien vorhersagte, rechnet Schiedeck mit anhaltend guten Geschäften. "Nach Aussagen des chinesischen Eisenbahnministeriums soll allein das Hochgeschwindigkeitsnetz von 7 000 Kilometern im Jahr 2012 auf 16 000 bis 2020 und auf 26 000 Kilometer bis 2040 wachsen. Hinzu kommt ein 7 000 Kilometer langes Intercity-Netz", so Schiedeck.

Für Ausbau und Erneuerung der Schieneninfrastruktur sei weiter interessant, dass der Güterverkehr auf der Schiene sprunghaft steige. So rechneten die chinesischen Bahnen mit einer Verfünffachung allein der Schüttgut-Transporte auf jährlich 2,3 Milliarden Tonnen.

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