Bahntechnikkonzern
Vossloh kann vorerst keine Fahrt aufnehmen

Trotz guter Auftragslage fällt die Prognose des Bahntechnikkonzerns Vossloh für das kommende Jahr mehr als bescheiden aus. So sieht Firmenchef Werner Andree für 2013 kaum Wachstum. Anleger zeigten sich enttäuscht.
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DüsseldorfDie Aussichten beim Bahntechnikkonzern Vossloh sind trotz gut gefüllter Orderbücher mau. Der Vorstand ist inzwischen skeptischer als noch vor drei Wochen und rechnet nun nicht mehr damit, rasch wieder Fahrt aufzunehmen. Nicht nur in diesem, sondern auch im kommenden Jahr werde es kaum Wachstum geben, teilte Vossloh am Donnerstag mit. Als Gründe nannte Firmenchef Werner Andree die anhaltende Nachfrageschwäche und den Wettbewerbsdruck in allen Geschäftsbereichen. Bereits 2011 waren in Russland und China die Geschäfte ins Stocken geraten und hatten zu einem Gewinneinbruch geführt. In der Volksrepublik werden zwar inzwischen wieder Bestellungen abgerufen, doch sorgt derweil die Investitionszurückhaltung der europäischen Schuldenstaaten bei Vossloh für zunehmendes Ungemach.

Andree rechnet 2012 nun mit einem Umsatz und Gewinn am unteren Ende der bislang angepeilten Bandbreite. Im kommenden Jahr werde der Umsatz voraussichtlich nur leicht steigen und das operative Ergebnis nahezu stagnieren. Demnach peilt Vossloh 2012 Erlöse von rund 1,25 (Vorjahr: 1,2) Milliarden Euro an und einen operativen Gewinn (Ebit) von 100 (96,9) Millionen Euro.

Ende Oktober hatte Andree nach Zuwächsen im dritten Quartal noch erklärt: "Wir sind auf Kurs, unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2012 zu erreichen." Er hatte ursprünglich einen Umsatz von 1,25 bis 1,3 Milliarden Euro avisiert und ein Ebit von 100 bis 110 Millionen Euro. Zudem stellte Andree weiteres Wachstum im kommenden Jahr in Aussicht.

Die Anleger reagierten enttäuscht: Der Aktienkrus drehte nach der Veröffentlichung ins Minus und gehörte mit einem Abschlag von rund zwei Prozent zu den schwächsten Werten im Nebenwerteindex MDax. Markus Turnwald, Analyst bei der DZ Bank, zeigte sich negativ überrascht von der "massiven Gewinnwarnung für 2013".

 



Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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