Bahntechnikkonzern
Vossloh nimmt sich ein Jahr Auszeit

Vossloh bekommt die Zurückhaltung seiner Kunden immer mehr zu spüren: Der Bahntechnikkonzern hat seine Umsatzprognose für 2009 aufgegeben. Im nächsten Jahr soll es aber wieder besser werden.

HB WERDOHL. Der bislang ohne merkliche Blessuren durch die Wirtschaftskrise steuernde Verkehrstechnik-Konzern Vossloh muss nun auch zurückstecken. Die Kunden aus der Privatwirtschaft würden sich mit Aufträgen zurückhalten, sagte Vorstandschef Werner Andree am Mittwoch in Werdohl. Hinzu kämen ungünstige Wechselkurse.“ Deswegen nehmen wir jetzt die Umsatzerwartung für 2009 etwas zurück.“

Statt knapp 1,3 Mrd. Euro will Vossloh nun das Vorjahresniveau von 1,2 Mrd. Euro erreichen. Dank günstigerer Materialpreise haben die Gewinnziele jedoch weiter Bestand. Auch an den Prognosen für das kommende Jahr hält Andree fest. „Die Zukunftsfähigkeit des Vossloh-Konzerns ist ungebrochen.“

Die Aktie bewegte sich am Morgen trotz des Dämpfers nur um knapp 0,5 Prozent nach unten. Bereits in der vergangenen Woche hatten Analysten auf eine drohende Rücknahme der Umsatzprognose hingewiesen. Nach einer entsprechenden Herabstufung durch die UBS hatte die Aktie schließlich am Montag fast sechs Prozent verloren. Weitere Kursverluste verhinderte auch das über den Erwartungen liegende Abschneiden im zweiten Quartal. Die Wachstumsstory sei weiterhin intakt, urteilte SES-Analyst Frank Laser.

Von April bis Juni konnte Vossloh den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 310 Mio. Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg noch stärker auf 37 Mio. Euro. Einzig unterm Strich sank Vossloh der Gewinn auf 24,6 Mio. Euro. Grund war der Wegfall des Ergebnisbeitrags des verkauften französischen Schienenbaus. „Auftragsbestand und Auftragseingang sind weiter gewachsen“, hob Vorstandschef Andree hervor. Derzeit hat Vossloh Bestellungen über gut 1,2 Mrd. Euro in den Büchern.

Vor allem das Geschäft mit den gewinnbringenden Schienenbefestigungen lief weiterhin gut. Hier hatte Vossloh zuletzt einen neuerlichen Großauftrag aus China erhalten. Dagegen schwächelten die Verkäufe von Weichen. Vor allem die nordamerikanischen und australischen Kunden hielten sich zurück. In den Staaten leiden die in der Regel privaten Bahngesellschaften unter sinkenden Frachtaufkommen und einer erschwerten Finanzierung.

Die gleichen Probleme führten bei Rangierlokomotiven zu einer sinkenden Nachfrage. Am Standort Kiel sei nun Kurzarbeit geplant, hieß es. Hier arbeiten knapp 500 der konzernweit 4 700 Mitarbeiter. Dagegen haben die Kollegen im spanischen Werk Valencia, wo größere Streckenloks gebaut werden, noch gut zu tun. Auch die Nahverkehrstechnik profitierte weiterhin vom Umstieg vieler Pendler auf Busse und Bahnen.

Vossloh hatte die Sparte Lokomotiven bereits vor einiger Zeit als Sorgenkind ausgemacht. Dagegen sieht die Konzernführung das Geschäft mit Schienentechnik als sichere Bank an, stecken die Staaten weltweit im Rahmen ihrer Konjunkturpakete doch Mrd. in die Infrastruktur. Im laufenden Jahr will Vossloh so sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 138 Mio. Euro steigern.

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