Bahntechnikkonzern
Vossloh stellt Ziele für 2011 unter Vorbehalt

Vossloh stellt die Jahres-Prognose wegen des stockenden China-Geschäfts unter Vorbehalt. Bremsen die verschobenen Projekte den Konzern weiterhin, seien die angepeilten Bestmarken in diesem Jahr nicht zu erreichen.
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DüsseldorfDas ins Stocken geratene China-Geschäft bereitet dem Vorstand des Bahntechnikkonzerns Vossloh Sorge. Firmenchef Werner Andree bekräftigte am Mittwoch auf der Hauptversammlung zwar seine Jahresprognose, stellte sie aber unter Vorbehalt: "Durch den Wechsel an der Spitze des chinesischen Eisenbahnministeriums zu Beginn dieses Jahres wurden einige Projekte verschoben beziehungsweise erst verzögert durchgeführt", erklärte Andree. Er gehe zwar davon aus, dass die Abrufe der Bestellungen kurzfristig wieder anzögen. "Sollte dies nicht der Fall sein, wird es allerdings schwer werden, die eigenen Zielvorgaben für 2011 erfüllen zu können". Vossloh habe in China aber einen Auftragsbestand, der über das Jahr 2011 hinausreiche.

Nach dem Rekordjahr 2010 peilt Vossloh für das laufende Jahr erneut Bestmarken an. Der Umsatz soll rund 1,4 (Vorjahr: 1,351) Milliarden Euro erreichen, das operative Ergebnis (Ebit) auf mehr als 160 (152,2) Millionen Euro steigen. Die Orderflut stimmte den Vorstand zuletzt zuversichtlich, die Einbußen des ersten Quartals aufzuholen und seine Jahresziele noch zu erreichen.

Die Aktionäre sollen für 2010 eine Dividende von 2,50 (2,00) Euro je Aktie erhalten. Damit werden 33,3 Millionen Euro ausgeschüttet bei einem Überschuss von 97,5 Millionen Euro. Aktionärsvertreter sahen bei der Ausschüttungsquote von 34 Prozent aber Nachholbedarf. Sie hielten drei Euro oder eine Ausschüttung von 50 Prozent des Überschusses für angemessen angesichts der "extrem erfolgreichen" Geschäftsentwicklung. Vossloh-Chef Andree verwies jedoch auf die für 2011 und 2012 geplanten Investitionen in neue Fabriken in China und Russland von insgesamt 150 Millionen Euro. Diese hätten Vorrang vor einer höheren Ausschüttung.

Über die Ziele des neuen Großaktionärs und Eigentümers von Knorr-Bremse, Heinz Hermann Thiele, tappt der Vossloh-Vorstand immer noch im Dunkeln. Andree sagte vor den Aktionären, über die Absichten des Unternehmers wolle er nicht spekulieren. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte Reuters, auch ein Gespräch des Vossloh-Managements mit Thiele habe keine Erkenntnisse über dessen Ambitionen ergeben.

Thiele hatte Anfang März angezeigt, mit über drei Prozent bei Vossloh eingestiegen zu sein. Bis Ende März stockte er auf mehr als fünf Prozent auf. Einem Medienbericht zufolge soll er inzwischen knapp zehn Prozent erworben haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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