Bahrainer verklagen Alcoa
Betrugsvorwürfe gegen Kleinfelds neuen Arbeitgeber

Das dürfte ihm bekannt vorkommen: Nach seinem Abgang bei Siemens muss der ehemalige Vorstandschef Klaus Kleinfeld sich jetzt auch in den USA mit Vorwürfen herumschlagen. Kleinfelds neuem Arbeitgeber, dem US-Aluminiumriesen Alcoa, wird von einem Bahrainer Unternehmen Betrug und Bestechung vorgeworfen.

dpa NEW YORK. Dem US-Aluminiumriesen Alcoa werden von einem Staatsunternehmen aus Bahrain laut einem Zeitungsbericht in einer Klage Betrug und Bestechung vorgeworfen. Die Firma bezichtige Alcoa, über Drittländer Gelder an einen hohen Regierungsbeamten des Golfstaates gezahlt zu haben, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf die am Bundesgericht in Pittsburgh (Pennsylvania) eingereichte Klage.

Das klagende Unternehmen Alba aus Bahrain behaupte zudem, der Konzern habe von ihm zu hohe Preise verlangt und so die Bestechungen indirekt finanziert. Alcoa wolle sich den Sachverhalt ansehen, berichtete das Blatt weiter. Ein Alcoa -Sprecher sagte der Zeitung, der Konzern habe bisher keine Gelegenheit gehabt, die Vorwürfe zu prüfen, und können daher auch nicht Stellung nehmen.

Die Gelder in Milliardenhöhe sollen den Vorwürfen zufolge unter anderem auch über die Schweiz geflossen sein, heißt es in dem Bericht. Die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen via Mittelsleute seien über mehrere Jahre erfolgt, gehe aus der Klage hervor. Das staatlich kontrollierte Unternehmen Aluminium Bahrain BSC (Alba) werfe Alcoa vor, dafür die Preise um rund zehn Prozent überhöht zu haben.

Für das operative Tagesgeschäft von Alcoa ist seit vergangenem Oktober der frühere Siemens -Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld als Chief Operating Officer zuständig. Er soll zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt neuer Alcoa -Konzernchef werden. Kleinfeld hatte 2007 im Zuge der Schmiergeld-Affäre bei Siemens seinen Hut nehmen müssen, obwohl sich keinerlei Hinweise auf eine Verwicklung in die Vorfälle ergeben hatten.

Alcoa mit Sitz in Pittsburgh zählt zu den größten Metallkonzernen der Welt. Zahlungen sollen dem Bericht zufolge auch über die Schweizer Firma AA Alumina & Chemicals geflossen sein. Ein Sprecher der Gesellschaft sagte dem Blatt, die Klage habe keine Aussicht auf Erfolg und das Unternehmen werde sie energisch anfechten.

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