Balance soll bleiben
EADS-Chef Gallois will die Konzernstrukturen vereinfachen

Konfliktpotential bei EADS: Zwischen den deutschen und französischen Führungskräften gibt es nicht nur Differenzen, es haben sich regelrechte Lager gebildet, die gegeneinander arbeiten. Airbus-Chef Louis Gallois möchte dies durch einen Strukturwandel abschaffen – die Gleichberechtigung der Partner jeodch bleibt unantastbar.

ali PARIS. Louis Gallois, französischer Co-CEO von EADS und Chef des Flugzeugbauers Airbus, will eine Vereinfachung der Entscheidungsstrukturen erreichen, ohne das Gleichgewicht zwischen Deutschen und Franzosen in Frage zu stellen. „Kann man an der Gleichbehandlung beider Parteien festhalten und gleichzeitig die Funktionen vereinfachen? Das ist es, was ich wünsche und woran ich zusammen mit Tom Enders (der deutsche Co-CEO, d. Red) arbeite“, sagte Gallois in einem Interview mit der Tageszeitung „La Tribune“.

Bei EADS gibt es derzeit eine doppelte Doppelspitze: Rüdiger Grube vertritt an der Spitze des Verwaltungsrates die Daimler AG, Arnaud Lagardère den französischen Aktionärsblock. Auf operativer Ebene teilen sich Enders und Gallois die Geschäftsführung. Dies hat laut Gallois bei EADS „zur Schaffung eines deutschen und eines französischen Clans“ geführt und sei „ein Auslöser von Konflikten im Konzern zwischen Deutschen und Franzosen“.

Für den französischen EADS-Chef könnten die Entscheidungsstrukturen vereinfacht werden, ohne den Aktionärspakt aufzuschnüren, an den Deutsche und Franzosen gebunden sind. In jedem Fall müssten die Großaktionäre aber einer weiteren Vereinfachung der Konzernstruktur zustimmen.

Im Juli will Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Airbus in Toulouse treffen, um über EADS zu beraten. Bei seinem Antrittsbesuch in Berlin hatte es Differenzen zu diesem Thema gegeben.

Bei der Umsetzung des Restrukturierungsplans „Power 8“ sieht sich Gallois vor allem von den deutschen Gewerkschaften gebremst: „Unsere Gesprächspartner – vor allem deutsche – wollen verständlicherweise in die Details einsteigen, was aber ein wenig die Prozedur verlangsamt. Ich würde gerne schneller voranschreiten“, sagte er. Der Plan sieht den Abbau von 10 000 Stellen vor sowie den Verkauf von bis zu sechs Werken.

Angesichts der guten Nachfrage will Airbus die Produktion weiter aufstocken. So sollen 2009 die Werke in Toulouse und Hamburg pro Monat 40 Flugzeuge der Familie A320 produzieren. Derzeit sind es 32 Stück. In diesem Jahr werde Airbus zwischen 440 und 450 Flugzeuge ausliefern, sagte Gallois. 2009 oder 2010 soll die Marke von 500 ausgelieferten Maschinen erreicht werden. Ein Problem seien die Zulieferer, die oft auch für Boeing arbeiteten und durch die hohen Produktionsvolumina extrem beansprucht seien.

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