Baldessarini
Gefährliche Liaison

Werner Baldessarini und Stella Ahlers – sind sie das neue Traumpaar der Modeszene? Er hat mit „Baldessarini“ eine Luxusmarke ohne Modekonzern, sie mit der Ahlers AG einen Herrenmodekonzern ohne Luxusmarke. Ganz ungefährlich wäre die Liaison jedoch nicht.

DÜSSELDORF. Werner Baldessarini , der ergraute Modeschöpfer aus Bayern, und Stella Ahlers, die promovierte Theologin und Juristin aus Ostwestfalen, hätten privat vielleicht wenig Gesprächsstoff. Geschäftlich hätte die Liaison jedoch ihren Charme. Er hat – nach dem vom Gründerkonzern Hugo Boss für 2007 verkündeten Aus – mit „Baldessarini“ eine Luxusmarke ohne Modekonzern, sie mit der Ahlers AG einen Herrenmodekonzern ohne Luxusmarke. Ganz ungefährlich wäre die Liaison jedoch nicht.

Indiskretionen über Kaufverhandlungen haben ein Unternehmen ins Rampenlicht gerückt, das mit 9,2 Prozent Vorsteuerrendite zwar eines der profitabelsten der Branche ist, das die Öffentlichkeit aber bestenfalls als Dividendenperle kennt: den 325,3 Millionen Euro Umsatz starken Herrenmodekonzern Ahlers mit den Marken Pierre Cardin, Otto Kern, Pioneer, Jupiter und Gin Tonic.

Im Jahr 1919 von Adolf Ahlers als Tuchgroßhandlung gegründet, startete er 1932 die Produktion von „Blaumännern“. Dem Gründer folgte 1968 sein Sohn Jan Ahlers, der das Familienunternehmen 1987 an die Börse brachte. Seit Mitte 2005 führt mit Stella Ahlers die dritte Generation das Regiment. Ihr erster Coup: Für 120 Millionen Euro verkaufte sie Ende Mai den Hemdenhersteller Eterna an die Investorengruppe Alpha und erzielte damit einen guten Preis für die 80-Millionen-Euro-Umsatz-Marke.

Nach dem Deal rätselte die Branche: Was will Ahlers mit dem Geld? Ihre Bilanz werden die Ostwestfalen wohl nicht korrigieren – wie es jüngst der neue Escada-Chef Frank Rheinboldt mit Abschreibungen in zweistelliger Millionenhöhe vorgemacht hat. Ahlers’ Bilanz ist nach alter Väter Sitte solide aufgestellt. Die Aktionäre zu beglücken und bei der Hauptversammlung am 26. Juli eine Sonderdividende zu verkünden macht ebenso wenig Sinn. Ahlers zählt mit einer Dividendenrendite von 6,5 Prozent für die Stämme zu den Dividendenperlen.

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