Baldige Einigung erwartet: Indische Konzerne ringen um Betapharm

Baldige Einigung erwartet
Indische Konzerne ringen um Betapharm

Der größte indische Pharmakonzern Ranbaxy hat nach Medienberichten 500 Mill. Euro für den deutschen Medikamentenhersteller Betapharm geboten.

HB FRANKFURT. Indische Pharmahersteller drängen aggressiv auf die europäischen Märkte. Ihr neuester Vorstoß gilt dem deutschen Generikahersteller Betapharm, der sich zur Zeit noch im Besitz der britischen Investmentgruppe 3i befindet. Die indischen Firmen Ranbaxy und Dr. Reddy’s liefern sich jetzt offenbar einen Bieterkampf um das Augsburger Unternehmen, das zuletzt 185 Mill. Euro Umsatz erzielte und 370 Mitarbeiter beschäftigt. Indischen Medien zufolge offeriert dabei Ranbaxy rund 500 Mill. Euro, der Konkurrent Dr. Reddy will nur 466 Mill. Euro zahlen. Weitere Interessenten für das zum Verkauf stehende Pharmaunternehmen sollen aus Israel und Frankreich kommen. Der Chairman von Dr. Reddy’s, Anji Reddy, bestätigte gestern dem Wall Street Journal Asia, dass sein Unternehmen für Betapharm biete und dabei mit Ranbaxy konkurriere. Branchenkreisen zufolge könnten die Gespräche in den nächsten 14 Tagen zum Abschluss kommen.

Betapharm ist der viertgrößte deutsche Hersteller von Nachahmermedikamenten, so genannten Generika. Vor zwei Jahren hatte der britische Finanzinvestor 3i das Augsburger Unternehmen für 300 Mill. Euro übernommen. Ende November hatte Stephan Krümmer, Geschäftsführer des Deutschlandgeschäfts von 3i, erklärt, sein Unternehmen erwäge den Verkauf von Betapharm.

Eine Vorentscheidung könnte nach Informationen aus Unternehmenskreisen noch in dieser Woche fallen. Bankenkreise gehen indessen davon aus, dass sich ein endgültiger Abschluss noch deutlich länger hinauszögert. Außer den beiden indischen Firmen hätten auch die israelische Teva-Gruppe sowie der französische Pharma-Konzern Sanofi-Aventis Interesse an Betapharm gezeigt, bisher aber deutlich weniger geboten. 3i bestätigte lediglich, man habe mehrere Angebote für Betapharm erhalten, machte aber keine weiteren Angaben zum Stand der Gespräche.

Indische Pharmahersteller wollen bereits seit einigen Jahren mit Hilfe ihrer kostengünstigen Fertigung stärker auf den westlichen Märkten für patentfreie Nachahmermedikamente (Generika) Fuß fassen. Zuletzt zettelten sie im Rahmen dieser Strategie vor allem auf dem US-Markt einen harten Preiswettbewerb an, der die Erträge der Branche zum Teil deutlich unter Druck setzte. Ranbaxy zum Beispiel verbuchte 2005 lediglich einen stagnierenden Umsatz von umgerechnet 1,2 Mrd. Dollar und einen Gewinneinbruch auf 59 Mill. Dollar, gegenüber 154 Mill. Dollar ein Jahr zuvor.

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