Ballard-Tochter wechselt den Besitzer
Daimler-Chrysler und Ford haben Wasserstoff-Auto im Blick

Die Automobilkonzerne Daimler-Chrysler und Ford Motor übernehmen die deutsche Tochter des Brennstoffzellen-Entwicklers Ballard Power Systems. Der in Vancouver ansässige Entwickler teilte am Donnerstagabend mit, dass sich alle drei abschließend auf den bereits angekündigten Verkauf geeinigt hätten.

HB VANCOUVER. Daimler-Chrysler und Ford Motor übernehmen die 50,1 Prozent-Beteiligung der Kanadier an der Ballard Power Systems AG in Kirchheim-Nabern. Vorausgesetzt die Kartell-Behörde und die Aktionäre stimmen dem Plan zu, bekommt Ballard als Verkaufspreis 9 Millionen Ballard-Aktien aus dem Besitz von Daimler-Chrysler und Ford und wenigstens 20 Millionen US-Dollar in bar.

Damit würde die Ballard Power Systems AG künftig gemeinsam von Daimler-Chrysler und Ford geführt. Die Beteiligung am Mutterkonzern sinkt nach Angaben des Konzern-CFO David Smith im Zuge der Transaktion auf insgesamt 31 Prozent. Bisher hielten die Automobilkonzerne 37,5 Prozent, davon gehörten Daimler-Chrysler 17,9 und Ford 19,6 Prozent der Ballard-Aktien. Der kanadische Konzern hat nach eigenen Angaben jährlichen 25 Millionen US-Dollar der deutschen Tochter gezahlt.

Daimler-Chrysler und Ford übernehmen durch die Transaktion zwar die Verantwortung dafür, die Integration der Brennstoffzellensysteme ins Fahrzeug zu entwickeln und herzustellen. Verantwortlich für Entwicklung und Herstellung der Brennstoffzellen insgesamt sei allerdings weiterhin Ballard. Auch das Ziel bleibt das gleiche: Ballard will die Brennstoffzelle bis 2010 für die Automobilindustrie serienreif machen.

Mit einem ähnlichen Vorsatz waren die Verantwortlichen aber schon einmal gescheitert. Als Daimler-Chrysler und Ford Motor 1997 bei Ballard einstiegen, hieß es: Im Jahr 2005 würden 100 000 Autos mit Brennstoffzellenantrieb vom Band rollen. Heute sind es lediglich Motoren für weniger als 100 Prototypen. Und auch der Börsengang war alles andere als erfolgreich. In den vergangenen elf Jahren hat Ballard Verluste von über 500 Millionen Kanadische Dollar angehäuft. So mancher enthusiastische Anleger hat an Ballard kräftig verloren. Inzwischen behaupten Branchenbeobachter sogar, es komme wahrscheinlich nie zu einer Massenproduktion der mit Brennstoffzellen angetriebenen Autos. Allein Daimler und Ford sehen das offenbar anders.

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