"Bananenrepublik vor der Haustür"
Amgen kämpft mit schweizer Widerstand

Flaches Land, Hochspannungsleitungen, ein paar Obstbäume, Gemüseäcker, eine Haftanstalt: Die Landschaft rund um das Örtchen Galmiz im Schweizer Kanton Freiburg hat herzlich wenig mit jenem Idyll gemein, das Tourismusberater des Landes gerne beschwören. Dennoch pocht hier in der Westschweiz neuerdings das Herz der Eidgenossenschaft.

HB GALMIZ. Im Dezember vergangenen Jahres nämlich sprach sich unter den Gemüsebauern der Region herum, dass „ein großer US-Konzern“ just dort, wo bislang Salatköpfe und Rüben gezogen werden, ein neues Werk bauen will. Der Name des Konzerns war lange geheim, die Zahl der Arbeitsplätze, die geschaffen werden sollten, dagegen nicht: Von 1 200 ist die Rede.

Genug also, damit auch in einem Land, das mit einer Arbeitslosenquote von knapp vier Prozent objektiv zwar nur ein kleines, subjektiv aber ein riesiges Problem hat, mögliche Ansiedlungshindernisse zügig aus dem Weg geräumt werden. Nun funktioniert so etwas in der Schweiz einfacher als anderswo.

Das hat zwei Gründe: Es gibt keine EU-Wettbewerbshüter, die eventuell lästige Fragen nach unerlaubten Subventionen stellen könnten. So gesehen entpuppt sich die Nicht-Mitgliedschaft der Schweizer in der Union als Wettbewerbsvorteil gegenüber Ländern wie, sagen wir mal, Irland, das sich zufällig auch um die Ansiedlung des US-Unternehmens beworben hat.

Der zweite Grund ist hausgemacht: Die Eidgenossen haben sich in den siebziger Jahren ein Bonus-Gesetz gebastelt, dass es strukturschwachen Regionen erlaubt, Unternehmen eine Ansiedlung durch Steuerrabatte zu vergolden. „Lex Bonny“ heißt diese Regelung und kann durchaus zu einer zehnjährigen Steuerbefreiung führen.

So etwas sind starke Argumente, befand das weltgrößte Biotechnologieunternehmen Amgen, um das es in diesem Fall geht. Zwei seiner Vertreter reisten vor zwei Wochen nach Bern, wo sie Wirtschaftsminister Joseph Deiss empfing. Deiss selbst ist unweit von Galmiz geboren und kennt die Vorzüge der Region von Kindesbeinen an und die Vorteile des „Lex Bonny“ von Berufs wegen ganz genau. Er bestätigte das Treffen mit dem US-Unternehmen, dessen Name so lange geheim gehalten wurde.

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