Banken stellen Kredite für Konzerntochter Sirius fällig
Neues Problem für hoch verschuldete WCM

Die Banken der angeschlagenen Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft WCM haben ihre Kredite für die Konzerntochter Sirius fällig gestellt. Das teilte die im MDax gelistete WCM gestern nach Börsenschluss mit.

HB FRANKFURT. Die Kredite für Sirius waren zur Finanzierung eines 49,9-prozentigen Anteils an der IVG Immobilien AG aufgenommen worden. Die IVG ist eine der größten Immobiliengesellschaften Europas mit einem Portfolio von mehr als fünf Milliarden Euro. Sie gilt als eine der wichtigsten Beteiligungen von WCM.

Sirius ist bei den Banken früheren Angaben zufolge mit rund 600 Mill. Euro verschuldet. Die Banken hatten die Kredite wiederholt gestundet. Nun wollen die Kreditinstitute das Pfand für die Verbindlichkeiten – die IVG-Aktien – versteigern. Ein möglicher Interessent könnte die niederländische Finanzholding Rebon B.V. sein. Diese hatte sich zusammen mit privaten Investoren im vergangenen Monat überraschend die Mehrheit an der IVG gesichert. Das Amsterdamer Unternehmen wolle den Gläubigerbanken der Sirius ein Angebot unterbreiten, um zusammen mit einem strategischen Investor die Sirius zu übernehmen – wann, sei offen, hatte Rebon-Chef Martin Fervers dem Handelsblatt im Oktober gesagt.

WCM will einen Verkauf der IVG möglichst verhindern. Am vergangenen Wochenende hatte es daher noch geheißen, WCM erwäge, sich von ihren 5,5 Prozent an der Commerzbank zu trennen. Man habe „interessante“ Angebote vorliegen, hatte WCM-Chef Roland Flach gesagt.

Flach ist an einem Verkauf der IVG nicht interessiert, weil er einen Investor für den hoch verschuldeten WCM-Konzern sucht. Dies könnte ohne IVG schwieriger werden. Ende 2002 lagen die Verbindlichkeiten der WCM-Gruppe bei 2,8 Mrd. Euro. Flach ließ gestern Abend mitteilen, es würden weiter Wege gesucht, die IVG „im Einflussbereich der WCM zu belassen“.

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