Bard Offshore I
Windpark in der Nordsee wird später fertig

Der Windpark "Bard Offshore I" geht wohl später ans Netz. Eigentlich sollten bereits bis Ende 2011 alle Windräder installiert werden. Doch nun sollen die Bauarbeiten womöglich noch bis Sommer 2012 dauern. Schuld sei das schlechte Wetter der letzten Monate.
  • 0

EMDEN. Nieselregen, schlechte Sicht - keine guten Bedingungen für die Helicopter-Piloten, um vom Flughafen Emden mit Besuchern hinaus auf das offene Meer zum Windpark "Bard Offshore I" zu fliegen. Doch Bettina Morlok ließ sich gestern die Laune nicht verderben. "Wir freuen uns, dass die ersten acht Windkraftanlagen betriebsbereit sind", sagte die Geschäftsführerin von Südweststrom Windpark.

Das Unternehmen hat sich am ersten kommerziellen deutschen Windpark in der Nordsee beteiligt, der mehr als 100 Kilometer nordwestlich von Borkum liegt. Er wird mit 80 Windkraftanlagen künftig eine Leistung von 400 Megawatt bringen. Davon sollen die derzeit 64 Stadtwerke profitieren, die sich bei der Südweststrom zusammengeschlossen haben.

"Die Stadtwerke sind nur gemeinsam in der Lage, sich an einem solchen Projekt, das rund 1,5 Mrd. Euro kosten wird, zu beteiligen", erklärte Morlok. Fast wöchentlich kommen beim Windparkprojekt neue Stadtwerke hinzu. Denn noch sind nicht alle zur Finanzierung erforderlichen Anteile gezeichnet. Die Gesamtkosten werden zu 75 Prozent über Kredite finanziert.

Hohe Umweltschutzauflagen

Auch ist noch nicht klar, wann der Windpark fertig wird. Eigentlich sollten bereits bis Ende 2011 alle Windräder installiert werden. Doch schlechtes Wetter führte in den letzten Monaten zu deutlichen Verzögerungen. Nun rechnet Südweststrom damit, dass die aufwendigen Bauarbeiten voraussichtlich bis Frühjahr oder Sommer 2012 dauern.

Der Park wird von der Bremer Unternehmensgruppe Bard schlüsselfertig errichtet. Das Unternehmen, das erst 2003 gegründet wurde, kümmert sich nicht nur um Bauarbeiten und das Projektmanagement, sondern baut auch die riesigen Gehäuse und Rotoren mit einer Länge von 122 Metern selbst.

Das Offshore-Geschäft kam bis-lang in Deutschland nicht so richtig in Schwung. Hohe Umweltschutzauflagen zwingen die Betreiber dazu, die Parks weit ab von den Küsten zu errichten. Dort ist wegen der Wassertiefe und der extremen Wetterbedingungen der Bau und der Betrieb der Anlagen schwieriger als bei küstennahen Parks in Dänemark oder Großbritannien. Für die kommenden Jahre sind 78 Projekte in der Nordsee und 17 in der Ostsee geplant.

Kommentare zu " Bard Offshore I: Windpark in der Nordsee wird später fertig"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%