Barentssee
Gazprom will Riesengasfeld nicht teilen

Das Stockmann-Erdgasfeld in der arktischen Barentssee ist ebenso gewaltig wie schwer zugänglich. Deswegen verhandelte der russische Gazprom-Konzern lange Zeit mit westlichen Konkurrenten über eine gemeinsame Erschließung. Nun will Gazprom alles alleine machen, weil die Russen meinen, die Ausländer würden sie übervorteilen wollen.

HB MOSKAU. Gazprom-Chef Alexej Miller sagte am Montag in Moskau, die ausländischen Interessenten hätten für eine Beteiligung an Gasfeld nicht ausreichend Anteile an ihren eigenen Unternehmen geboten. Über Jahre hatte Gasprom mit den fünf westlichen Konzernen Statoil und Norsk Hydro (Norwegen), Chevron und Conoco-Phillips (USA) sowie Total (Frankreich) über eine Beteiligung verhandelt.

Laut Miller soll das Gas aus dem noch nicht erschlossenen Stockmann-Feld mit der Ostsee-Pipeline in Richtung Westen gepumpt werden. Lange Zeit war vermutet worden, das Gas aus dem Stockmann-Feld solle verflüssigt und auf den lukrativen US-Markt exportiert werden. Beim Dreiertreffen mit Frankreich und Deutschland kündigte der russische Präsident Wladimir Putin jedoch Ende September überraschend an, das Gas sei nun doch für Europa vorgesehen. Experten führten diese Kehrtwende auf die angespannten Beziehungen zwischen Moskau und Washington zurück.

Die Vorkommen im arktischen Stockmann-Feld werden auf 3,7 Billionen Kubikmeter Gas geschätzt. Nach Expertenmeinung würde die Menge reichen, um den weltweiten Bedarf an Erdgas für ein Jahr zu stillen. Putin kündigte an, das Feld in der Barentssee nördlich des Polarkreises werde Gas für die nächsten 50 bis 70 Jahre liefern. „Es wird eine absolut stabile Lage in Europas Wirtschaft und Energiepolitik herstellen, besonders in Deutschland“, sagte der Kremlchef bei dem Treffen in Frankreich.

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