Die Beteiligten allerdings widersprechen heftig. "Ich bin nie von Siemens
auf so etwas angesprochen worden", sagt Hans Lehrburger, der Geschäftsführer des Reisebüros Med Travel. Der langjährige Siemens
-Mitarbeiter
hatte die Med Travel noch während seiner Konzerntätigkeit gegründet und unterhielt auch danach "Geschäftsbeziehungen mit verschiedensten Siemens
-Abteilungen".
Die von Siemens
eingeräumten Bargeldzahlungen streitet er ab, von einer Revision sei ihm nichts bekannt.
Auch Jörg Kersten, der Geschäftsführer der Kersten Hörgeräte GmbH in Neumünster, widerspricht sowohl Siemens
als auch Stinnesbeck. Stinnesbeck sagt, er habe 2001 vor einem Zeugen 40 000 Mark an Jörg Kersten und seinen Bruder Gerd ausgehändigt. Auf Stinnesbecks Bitte, den Betrag nachzuzählen, habe man ihm geantwortet: "Wenn man so etwa macht, dann braucht man nicht nachzuzählen." Kersten bestreitet den Vorgang. Siemens
dagegen gibt an, es lägen für alle von Stinnesbeck beschriebenen Zahlungen Quittungen vor.
Auch Richter Dietrich Dolega vom Landgericht München bestätigt: "Die Vorfälle selbst sind unstrittig." Dolega verhandelt derzeit einen Prozess zwischen Siemens
und Stinnesbeck. Siemens
hat seinen Ex-Vertriebsleiter verklagt, um ihm die Behauptung zu untersagen, die Vorstände Reinhardt und Pierer hätten bereits 2004 von einem "System zur Bargeldbeschaffung" gewusst. Stinnesbeck will auf der heutigen Hautversammlung trotzdem sprechen. Der Ex-Mitarbeiter ist inzwischen selbständig und wirft Siemens
seinerseits vor, ihn bei seiner Hörgeräte-Firma "Focus Hören" zu behindern.

