Barr behält bei Pliva die Oberhand
Generika-Konsolidierung geht in die nächste Runde

Der Übernahmekampf um die kroatische Pharmafirma Pliva scheint entschieden. Aller Voraussicht nach wird der US-Konzern Barr das Rennen machen und damit eine neue Konsolidierungsrunde in der Generika-Industrie einleiten.

FRANKFURT. Barr hat sich mit einer rund 2,5 Mrd. Dollar schweren Offerte für Pliva gegen die konkurrierende isländische Gruppe Actavis durchgesetzt. Nachdem Actavis am Montag ankündigte, die eigene Offerte für Pliva nicht weiter aufzustocken, sehen Branchenkenner für Barr den Weg frei, zum drittgrößten Hersteller von Nachahmer-Medikamenten nach der israelischen Teva und der zu Novartis gehörenden Sandoz-Gruppe aufzusteigen. Das Pliva-Management hat sich für eine Übernahme durch Barr ausgesprochen.

Die Transaktion ist insofern bemerkenswert, als erstmals ein führender amerikanischer Generikahersteller im großen Stil in Europa zukauft. Mit Pliva erwirbt Barr umfangreiche Aktivitäten in Osteuropa. „Ausgehend von dieser Position wird man in den kommenden Jahren wohl versuchen, auch in Westeuropa stärker zu expandieren“, erwartet Branchenexperte Thimo Sommerfeld von Abolon Consulting. Der Wettbewerb auf den europäischen Märkten für patentfreie Medikamente dürfte sich damit weiter intensivieren.

Der Rückzug von Actavis nährt Spekulationen, dass die Isländer nach anderen Akquisitionsobjekten Ausschau halten. Denn das Unternehmen steuerte in den letzten Jahren einen extrem expansiven Kurs und riskierte eine hohe Verschuldung. Unter anderem kaufte Actavis die US-Firmen Amide und Alpharma. Analysten und Branchenvertreter sehen nun Stada als mögliches Ziel von Actavis. Allerdings war die Nummer drei auf dem deutschen Generikamarkt in den vergangenen Jahren wiederholt Gegenstand von Übernahmegerüchten, ohne dass sich diese jemals bestätigt hätten.

Ein Sprecher des Unternehmens wollte die jüngsten Spekulationen nicht kommentieren. Das Stada-Management hatte sich wiederholt gegen einen Verkauf des Unternehmens ausgesprochen und die Strategie einer eigenständigen Weiterentwicklung betont. Gleichzeitig hat Stada selbst aktiv durch zahlreiche Zukäufe an der Konsolidierung mitgewirkt. Mitte Juli erwarb die Firma den serbischen Pharmahersteller Hemofarm für knapp 500 Mill. Euro.

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