BASF, Bayer, Dupont, Monsanto, Syngenta
Das große Umpflügen in der Agrochemie

Das sonst hochprofitable Geschäft der Agrochemie-Branche läuft schlecht – auch für deren Zulieferer. Unter den Herstellern von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln erwarten Analysten daher Übernahmen. Wer redet mit wem?

FrankfurtDie Agrochemie-Branche ist weiter heftig am brodeln. Nachdem der US-Konzern Monsanto vor wenigen Wochen mit seinem Übernahmeversuch bei der Schweizer Syngenta gescheitert ist, nimmt nun offenbar der US-Konkurrent Dupont den Baseler Konzern ins Visier. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge führen beide Konzerne Gespräche über einen Zusammenschluss. Parallel dazu verhandele Dupont aber auch mit dem Chemieriesen Dow Chemical, der über eine Trennung von seiner Agrochemiesparte nachdenkt.

Das Syngenta-Management hatte sich gegen den Übernahmeversuch von Monsanto erbittert gewehrt und war damit am Ende erfolgreich. Allerdings ist seither offenbar der Druck von Aktionärsseite auf die Führung deutlich gewachsen, nicht zuletzt weil die Syngenta-Aktie mit rund 350 Franken deutlich unter dem von Monsanto gebotenen Kurs von 449 Franken notiert. Der bisherige Firmenchef Mike Mack musste Ende Oktober seinen Hut nehmen. Seither führt Finanzchef John Ramsay als Interimschef die Geschäfte.

Dass neue Bewegung in die Branche kommt, überrascht wenig. Angesichts einer schwachen Konjunkturentwicklung und rückläufiger Erträge auf den Agrarmärkten sind auch die Zulieferer, darunter die Saatgut- und Pflanzenschutzhersteller, unter Druck geraten. Die Erträge in dem bislang hochprofitablen Geschäft sind in diesem Jahr durchweg rückläufig. Vor allem der wichtige brasilianische Markt bereitet erhebliche Probleme.

Vor diesem Hintergrund rechnen viele Branchenexperten mit einer weiteren Konsolidierungsrunde in dieser, ohnehin bereits relativ hoch konzentrierten Branche. Die Zahl der maßgeblichen Akteure, so die Erwartung, könnte sich in diesem Zuge von sechs auf vier reduzieren. Neben den drei US-Firmen und Syngenta gehören auch die deutschen Konzerne Bayer und BASF zum Führungs-Sextett in der Agrarchemie.

„Jeder redet im Moment mit jedem“, konstatierte Dow-Chef Andrew Liveris. Und Dupont Interims-Chef Ed Breen äußerte die Überzeugung, dass die Branche reif sei für weitere Konsolidierung. Breen ist vor wenigen Wochen als Nachfolger für die frühere Dupont-Chefin Ellen Kullmann eingesprungen, die unter anderem wegen schwacher Agroerträge und einer Gewinnwarnung das Handtuch werfen musste.

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Die kartellrechtlichen Hürden sind hoch

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