BASF erhöht offenbar Kaufangebot: Preis für Degussa-Bauchemie steigt

BASF erhöht offenbar Kaufangebot
Preis für Degussa-Bauchemie steigt

Der Bieterwettkampf um die Bauchemiesparte von Degussa spitzt sich zu. Nach den Informationen aus Finanzkreisen hat die BASF AG ihr Angebot auf 2,8 Mrd. Euro erhöht, um mit den Finanzinvestoren mithalten zu können. Zuvor hätten die Ludwigshafener 2,5 Mrd. Euro geboten, hieß es in den Kreisen. Mit der neuen Offerte liege das Unternehmen aber immer noch 100 bis 200 Mill. Euro niedriger als zwei Beteiligungsgesellschaften, heißt es weiter.

HB BERLIN. BASF wollte am Wochenende zu diesen Informationen keine Stellung nehmen. Ein Sprecher sagte nur, man sei weiter an einer Übernahme der Sparte interessiert und habe ein verbindliches Angebot vorgelegt.

Ein Kaufpreis von 2,8 Mrd. Euro würde bereits mehr als dem Zehnfachen des Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) entsprechen, der für die Degussa-Bauchemie in diesem Jahr erwartet wird. Chemiefirmen werden an der Börse derzeit nur mit dem vier- bis achtfachen des Ebitda bewertet. Doch wie viel BASF letztlich zu zahlen bereit ist, hängt vor allem von Kosteneinsparungen ab, die der Chemiekonzern erwarte, sagte Analyst Dennis Nacken von HelabaTrust.

RAG will den Verkauf der Bauchemie bis Ende Februar abschließen. Der Mutterkonzern der Degussa braucht die Einnahmen, um die vollständige Übernahme von Degussa finanzieren zu können. Die RAG gab keine offizielle Stellungnahme zu den Spekulationen über die Angebote. In Kreisen des Essener Konzerns hieß es gestern, BASF hätte nach wie vor die besten Karten, auch wenn Finanzinvestoren tatsächlich mehr bieten sollten. Denn Arbeitnehmervertreter im RAG- und Degussa-Aufsichtsrat lehnen einen Verkauf an eine Heuschrecke strikt ab. Allerdings dürfe der Abstand zu den Geboten der Finanzinvestoren nicht zu groß werden. Derzeit sind noch die Private-Equity-Häuser Bain, Cinven, BC Partners, KKR, CVC und die französische PAI im Rennen. Nicht mehr mit dabei sind Permira und Blackstone.

Insgesamt benötigt die RAG rund 3,4 Mrd. Euro, um Degussa komplett zu übernehmen und von der Börse zu nehmen – allein rund 2,8 Mrd. Euro davon kann der bisherigen Großaktionär Eon erwarten. Zusätzlicher Finanzbedarf könnte für die RAG entstehen, um Verbindlichkeiten aus dem industriellen Sektor vollständig zu übernehmen. Der Konzern verhandele deshalb derzeit mit Banken über einen Kreditrahmen von insgesamt sechs Mrd. Euro, heißt es aus Unternehmenskreisen.

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